Der YouTube-Kanal des Obersten Gerichtshofs von Indien wurde gestern gehackt, wodurch eine vertrauenswürdige Rechtsplattform in eine Werbefläche für Kryptobetrugsanzeigen verwandelt wurde.
Dieser Verstoß führte dazu, dass sämtliche des Kanals entfernt wurden. Was jetzt übrig bleibt, ist eine leere Startseite.
Das Gericht hatte den YouTube-Kanal genutzt, um Fälle live zu übertragen, insbesondere solche von verfassungsrechtlicher und öffentlicher Bedeutung, und sie so einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Die Videos dieser Sitzungen, die einst für die Öffentlichkeit archiviert wurden, sind nun privat, wodurch eine große Lücke in der Transparenz entsteht.
Das Gericht reagierte nicht auf die Anfrage von Cryptopolitannach einer Stellungnahme.
Dieser Hack hätte zu keinem ironischeren Zeitpunkt erfolgen können. Indien erlebt gerade einen massiven Anstieg der Krypto-Akzeptanz.
Laut dem Global Crypto Adoption Index 2024 von Chainalysis steht Indien nun weltweit an der Spitze.
Sowohl zentralisierte Börsen wie WazirX als auch dezentrale Plattformen erleben einen Boom, da Millionen von Indern sich ernsthaft mit dem Handel und den Investitionen in Kryptowährungen beschäftigen.
Der Markt hat derzeit einen Wert von 6 Milliarden Dollar.
Aber hier liegt das Problem. Die indische Regierung stand Kryptowährungen schon immer etwas skeptisch gegenüber.
Es gibt noch keinen klaren, soliden Rechtsrahmen, was angesichts der enormen Größe der Krypto-Szene ziemlich absurd ist.
Es wirkt, als könne sich die Regierung nicht entscheiden, ob sie Kryptowährungen voll und ganz annehmen oder lieber auf Distanz halten will.
Und der Angriff auf YouTube fühlt sich wahrscheinlich wie ein direkter Mittelfinger an den halbherzigen Versuch der indischen Regierung an, die Branche zu kontrollieren.
Im Dezember 2023 ging die indische Financial Intelligence Unit (FIU) gegen neun Offshore-Kryptobörsen vor, weil diese lokale Gesetze umgangen hatten.
Sie versuchen defisicher, die Einhaltung der Regeln zu erzwingen, aber die Wirksamkeit dieser Bemühungen ist noch immer fraglich.
Noch lächerlicher ist, wie sie im Handumdrehen eine 30%ige Steuer auf alle Krypto-Gewinne erhoben und eine 1%ige Quellensteuer (TDS) auf jede Transaktion eingeführt haben.
Dies sollte Kryptowährungen „legitimer“ machen, schreckt aber gleichzeitig einige Investoren ab.
Viele Menschen wollen sich nicht mit einer solchen Steuerbelastung auseinandersetzen und weichen deshalb auf dezentrale Plattformen aus, um diese Gebühren und damit auch die Regulierung zu umgehen.
Doch angesichts der weiterhin rasant steigenden Akzeptanz von Kryptowährungen kann Indien nicht einfach tatenlos zusehen. Das weiß auch die Regierung.
Bereits im Juni wurde Binance mit einer Geldstrafe von 188,2 Millionen ₹ (rund 2,25 Millionen US-Dollar) belegt, weil das Unternehmen nach der Anmeldung bei der FIU regulatorische Anforderungen nicht erfüllt hatte.
Etwa zur gleichen Zeit wurde KuCoin aus ähnlichen Gründen mit einer Geldstrafe von 3,45 Millionen ₹ belegt.

