Südkorea hat angekündigt, dass Unternehmen, die mit digitalen Vermögenswerten und verwandten Produkten handeln, bald in einen neuen Regulierungsrahmen überführt werden könnten. Laut einem Bericht, der sich auf eine Regierungsquelle beruft, soll der neue Rahmen Anlegern maßgeschneiderte Regelungen bieten. Demnach zielt er insbesondere auf bekannte Missstände im Kryptosektor ab. Zu den hervorgehobenen schädlichen Aktivitäten zählen unter anderem Wash Trading und Insiderhandel.
Südkorea wird Kryptowährungen aus dem Kapitalmarktgesetz herausnehmen
Bericht zufolge sieht dieser neue Regulierungsrahmen im Vergleich zu den Kapitalmarktgesetzen deutlich höhere Strafen vor. Insbesondere der Kryptosektor und verwandte Märkte wurden im Rahmen dieses Gesetzes dem Ministerium unterstellt. Der Bericht merkt an, dass es sich bei dem Verfahren noch um eine Empfehlung handelt; eine Verabschiedung würde den Fokus auf Unternehmen mit Kryptoprodukten wie Börsen und ähnlichen Einrichtungen richten.
Es wurde außerdem darauf hingewiesen, dass in Südkorea je nach Bedeutung der angebotenen Dienstleistungen unterschiedliche Lizenzen vergeben würden. Die Regulierung von Unternehmen, die Kryptohandel und Verwahrungsdienstleistungen anbieten, wurde als besonders schutzbedürftig im gesamten Markt angesehen. Diese Annahme wird durch den aktuellen Marktrückgang, der durch den massiven Kurssturz der Kryptoprodukte von Terra ausgelöst wurde, untermauert.
Eine Aufschlüsselung des Berichts
Berichten aus ganz Südkorea zufolge forderte die Nationalversammlung Do Kwon, den Gründer von Terra, auf, die Umstände des plötzlichen Kursverfalls des Tokens seines Unternehmens zu erklären. Eine der wichtigsten Neuerungen der Verordnung sieht vor, dass Emittenten von Kryptowährungen der Finanzdienstleistungsaufsicht (FSC) in ihrem Whitepaper eine vollständige Liste aller Mitarbeiter des Unternehmens vorlegen müssen. Das Unternehmen wird außerdem verpflichtet, offenzulegen, welche Gelder im Falle eines ICOs umgeleitet würden, und die Projektrisiken klar darzulegen. Beabsichtigt das Unternehmen Änderungen am Whitepaper vorzunehmen, muss es die Behörde sieben Tage im Voraus informieren.
Die neue Regelung würde auch Unternehmen ohne Sitz in Südkorea betreffen. Berichten zufolge hatte die FSC vor dem UST-Skandal, der sie zur Aufnahme von Stablecoins zwang, ausschließlich Kryptowährungen im Blick. Das Mandat zielt zudem darauf ab, fragwürdige Praktiken zu unterbinden, die Investoren Unternehmen über Jahre hinweg auferlegt haben. Ein Grund für die Aktualisierung ist die Ansicht der Verantwortlichen, dass das Kapitalmarktgesetz für die Regulierung des Kryptosektors nicht ausreicht.

