Zusammenfassung (TL;DR)
• Das Interesse des Einzelhandels an virtuellen Währungen hat die südafrikanischen Regulierungsbehörden zu einer neuen nationalen Kryptowährungspolitik veranlasst.
• Die Finanzaufsichtsbehörden des Landes arbeiten schrittweise an den entsprechenden Regulierungen.
Südafrikanische Regulierungsbehörden bereiten die schrittweise Regulierung von Kryptowährungen durch nationale Richtlinien vor. Diese Maßnahme bedeutet eine Abkehr von der in den letzten sieben Jahren weitgehend verfolgten Strategie der Nichteinmischung. Hintergrund dieses Schrittes ist das große Interesse südafrikanischer Einzelhändler an digitalen Vermögenswerten.
In einem am Freitag veröffentlichten Dokument hat die zwischenstaatliche Arbeitsgruppe für Fintech des Landes einen Weg zur Einführung eines Regulierungsrahmens für Dienstleister im Kryptomarkt aufgezeigt. Das Dokument wurde im Rahmen der Arbeitsgruppe zur Regulierung kryptografischer Vermögenswerte erstellt.
Südafrika verfolgt eine zurückhaltende nationale Politik

Die südafrikanische Politik gegenüber virtuellen Währungen hat sich bisher nicht eingemischt. Das Finanzministerium veröffentlichte 2014 eine Stellungnahme zu diesem Thema. Diese Stellungnahme bezog sich auf die südafrikanische Finanzaufsichtsbehörde, die Zentralbank von Südafrika, sowie die Finanz- und Steuerfahndungsbehörden.
Die Stellungnahme war vorsichtig und zurückhaltend, aber nicht aufdringlich und wies die Öffentlichkeit darauf hin, dass der Handel mit digitalen Vermögenswerten auf eigenes Risiko erfolge. Darüber hinaus wurde klargestellt, dass im Falle von Schwierigkeiten kein Rechtsschutz bestehe.
Experten und Kommentatoren haben auf mehrere Faktoren hingewiesen, darunter den Aufstieg von Kryptowährungen in Südafrika (über 2 Milliarden Rand – 147 Millionen US-Dollar) bei einem täglichen Handelsvolumen Anfang 2021. Diese Faktoren haben zu der Annahme geführt, dass die oben genannte Politik nicht nachhaltig ist.
Das neue IFWG-Dokument hebt hervor, dass Kryptowährungen trotz eines bestehenden und zur Umsetzung vorgesehenen Regulierungsrahmens weiterhin erheblich volatil und riskant sind. Daher bleiben die potenziellen finanziellen Verluste aus dem Kryptohandel hoch.
Sechs Grundprinzipien prägen den Fokus auf die in Südafrika . Diese allgemeinen Prinzipien implizieren die Anwendung einer tätigkeitsbezogenen Darstellung, um sicherzustellen, dass das Prinzip „gleiche Tätigkeit, gleiches Risiko“ gilt.
Die weiteren allgemeinen Grundsätze sind: die Entscheidungen der Regulierungsbehörden zu lenken, dem Risiko angemessene Maßnahmen zu ergreifen, mit internationalen Best Practices Schritt zu halten, einen kooperativen Ansatz bei der Krypto-Regulierung zu verfolgen und die digitale Finanzkompetenz der Verbraucher zu fördern.
Die neue nationale Strategie enthält außerdem 25 Empfehlungen zur Regulierung virtueller Währungen in drei zentralen Bereichen: der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, der Durchsetzung von Gesetzen im Finanzsektor und grenzüberschreitenden Finanzgesetzen.
Die Anwendung der Gesetze des Finanzsektors impliziert, dass die Finanzmarktaufsichtsbehörde des Landes sich der Verhinderung von Marktmissbrauch, wie etwa unlauterem Marktverhalten und Betrug im Zusammenhang mit Kryptowährungen, verpflichtet.

