Gerüchten zufolge, die vom südafrikanischen Botschafter in Russland, Mzvukile Jeff Maqetuka, verbreitet werden, könnten die bevorstehenden Wahlen der Auslöser dafür sein, dass Südafrika sich von den BRICS-Staaten verabschiedet, was den Staatenbund ratlos zurücklassen und ihn fragen lassen würde, wo alles schiefgelaufen ist.
Maqetuka entwarf in einem offenen Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur TASS ein Szenario wie aus einem Politthriller: Die Opposition übernimmt die Macht, und Südafrikas Beziehungen zu den BRICS-Staaten könnten im Nu zerbrechen. Diese Möglichkeit ist real, greifbar und schwebt wie eine dunkle Wolke über dem BRICS-Bündnis. Erinnern wir uns an Argentiniens abweisende Haltung Anfang des Jahres? Südafrikas Vorgehen könnte eine Wiederholung sein, nur viel verschärfter.
Südafrikas Oppositionsparteien, die nicht gerade Russlands Sympathien genießen, könnten im Falle eines Wahlsiegs die Geschicke des Landes grundlegend verändern. Es geht hier nicht um sinnlose Provokation gegen Russland, sondern um einen kalkulierten Schachzug, der Südafrikas Außenpolitik und die Beziehungen zu seinen Bündnispartnern neudefikönnte. Maqetuka deutete an, ohne zu viel preiszugeben, dass die BRICS-Staaten Südafrika möglicherweise von ihrer Liste streichen müssten, sollte die Opposition, insbesondere die Demokratische Allianz, siegen.
Es steht viel auf dem Spiel, und der Countdown läuft. Angesichts der Parlamentswahlen am 29. Mai 2024 steht Südafrika an einem Wendepunkt. Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) unter Cyril Ramaphosa strebt einen Sieg an. Doch in der unberechenbaren Welt der Politik sind Garantien so verlässlich wie Schokoladenkanne. Sollte die Opposition gewinnen, ist völlig ungewiss, wie sich Südafrikas Außenpolitik entwickeln wird, und die BRICS-Staaten könnten plötzlich ein Mitglied verlieren.
Man sollte bedenken, dass die BRICS-Staaten ihre Türen weit geöffnet haben und hoffen, von einer kleinen Fünfergruppe zu einem dynamischen Block von neun Mitgliedern zu wachsen. Das Bündnis will den globalen Finanzsektor revolutionieren und sich für eine Welt einsetzen, in der der US-Dollar nicht mehr die alleinige Macht ist. Entwicklungsländer, die an dieser neuen Wirtschaftsordnung teilhaben wollen, stehen Schlange; 25 Nationen warten bereits gespannt auf ihre Mitgliedschaft.
Die BRICS-Staaten, die sich im Oktober 2024 in der russischen Region Kasan zu ihrem 16. Gipfeltreffen versammeln sollen, stehen an einem Wendepunkt. Der Gipfel verspricht, die Zukunft des Bündnisses neu zu gestalten und neue Mitglieder willkommen zu heißen. Doch inmitten dieser Erweiterung schwebt ein schwerer Schatten über dem möglichen Austritt Südafrikas und überschattet die Konferenz.

