Der japanische multinationale Investmentkonzern SoftBank meldete im vorangegangenen Quartal einen Umsatz von 1,18 Billionen Yen (7,7 Milliarden US-Dollar), nach einem Verlust von rund 931 Milliarden Yen (6 Milliarden US-Dollar) im Vorjahresquartal.
Dank der des Vision Fund und der klugen Risikobereitschaft des Gründers Masayoshi Son gelang dem Unternehmen eine finanzielle Erholung. Die SoftBank-Aktien schwankten im Einklang mit den gemischten Anlegerstimmungen zum transformativen Potenzial von KI und erreichten im Juli einen Rekordwert, bevor sie sich stabilisierten.
Das 1981 gegründete Unternehmen begann im Telekommunikationssektor und hat sich zu einer Investmentgesellschaft mit einem Portfolio entwickelt, das von Finanzen bis hin zu Zukunftstechnologien reicht. Im September erzielte es seinen höchsten Quartalsgewinn seit zwei Jahren und übertraf damit die Analystenprognosen von 295 Milliarden Yen Quartalsumsatz.
SoftBanks Vision Fund-Strategie im KI-Markt
Der Vision Fund von SoftBank ist die Investmentstrategie des Unternehmens und investiert in KI-Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar. Mit einem Kapital von über 100 Milliarden US-Dollar zählt er zu den größten technologieorientierten Investmentfonds weltweit. Der Vision Fund hat Beteiligungen im Wert von fast zwei Milliarden US-Dollar veräußert, darunter das chinesische KI-Unternehmen SenseTime.
SoftBank rüstet sich für einen größeren Einstieg in den KI-Markt mit einem neuen Fokus auf generative KI. Berichten zufolge investierte das Unternehmen rund eine halbe Milliarde Dollar in OpenAI im Rahmen einer Finanzierungsrunde über 6,6 Milliarden Dollar, wodurch die Bewertung von OpenAI auf 157 Milliarden Dollar stieg. SoftBank unterstützt außerdem Perplexity AI, das derzeit mit 9 Milliarden Dollar bewertet wird.
Das Unternehmen ist auch im Halbleitermarkt engagiert, der dank des Booms im KI-Sektor ein signifikantes Wachstum verzeichnet hat. 2016 erwarb es Arm, ein britisches Halbleiterunternehmen, dessen Bewertung nach dem Börsengang bei rund 55 Milliarden US-Dollar lag.
SoftBank hatte zuvor geplant, in Zusammenarbeit mit Intel KI-Chips auf den Markt zu bringen, um mit Nvidia zu konkurrieren. Diese Pläne wurden jedoch verworfen, und SoftBank befindet sich derzeit in Gesprächen mit TSMC.
Der Vision Fund profitiert vom chinesischen und indischen Startup-Markt
Die chinesischen und indischen Investitionen des Vision Fund trugen zu den Gewinnen des Unternehmens in Höhe von rund 370 Milliarden Yen bei. Insbesondere der indische Markt spielte eine bedeutende Rolle, angesichts des Booms am lokalen IPO-Markt, der die Aktienkurse durchweg in die Höhe trieb.
Nachdem der Fonds in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatte, Renditen auf seine Investitionen zu erzielen, profitiert er nun von Börsengängen von Startups wie Ola Electric Mobility. Auch der bevorstehende Börsengang von Swiggy im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar verschafft dem Unternehmen eine gute Ausgangsposition.
Analysten schätzen, dass etwa die Hälfte der Gewinne des dritten Quartals auf diese indischen Börsengänge zurückzuführen ist. Da der US-Börsengangsmarkt möglicherweise wieder geöffnet wird, könnte der Vision Fund bei steigender Nachfrage weiter an Dynamik gewinnen.
Dennoch konzentriert sich SoftBank weiterhin auf KI- und Halbleiterinvestitionen. Gründer Masayoshi Son hat beträchtliche cash angehäuft, was durch die steigende Bewertung von Arm Holdings, der Halbleitertochter des Unternehmens, begünstigt wird.

