Eine Gruppe von Senatoren beider Parteien forderte den Senat auf, die demnächst anstehende Neufassung des Gesetzes der Federal Aviation Administration (FAA) zu nutzen, um sicherzustellen, dass die Gesichtserkennungstechnologie nicht an Flughäfen im ganzen Land eingesetzt werden kann.
In einem Brief an den Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, und den Minderheitsführer, Mitch McConnell, äußerten die Senatoren ihre Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Bürgerrechten. Die Senatoren Jeff Merkley, John Kennedy und Roger Marshall führten das Schreiben an und wiesen auf die Gefahren der von der US-amerikanischen Transportsicherheitsbehörde (TSA) flächendeckend eingesetzten Gesichtserkennungstechnologie hin.
Laut den Senatoren „stellt diese Technologie eine erhebliche Bedrohung für unsere Privatsphäre und unsere bürgerlichen Freiheiten dar, und der Kongress sollte die Entwicklung und den Einsatz von Gesichtserkennungsinstrumenten durch die TSA verbieten, bis eine strenge parlamentarische Kontrolle erfolgt.“
Die von den Senatoren Jeff Merkley (Demokrat aus Oregon), John Kennedy (Republikaner aus Louisiana) und Roger Marshall (Republikaner aus Kansas) angestoßene Initiative würde die Gesichtserkennungstechnologie an Sicherheitskontrollpunkten blockieren, die sich als sehr effektiv, effizient und für die Passagiere akzeptabel erwiesen hat.
Datenschutz- und Bürgerrechtsfragen werden eingehend untersucht
Sie äußerten Bedenken hinsichtlich des Ausbaus der Gesichtserkennungstechnologie an Flughäfen, da dies zu Verletzungen der Privatsphäre und der bürgerlichen Freiheiten führen könne. Sie betonten die Notwendigkeit der Aufsicht durch den Kongress und die Genehmigung der Technologie durch die TSA vor deren Einsatz.
In dem Schreiben wurde deutlich die Notwendigkeit einer gründlichen Bewertung und Regulierung hinsichtlich der Bereitstellung und des Einsatzes von Gesichtserkennungsgeräten durch die TSA dokumentiert.
Aufsicht durch den Kongress und die Notwendigkeit des Nicht-Handelns
Die TSA nutzt Gesichtserkennungstechnologie, die derzeit an 84 Flughäfen im Einsatz und zukünftig an über 400 Flughäfen eingeführt werden soll. Reisende haben an diesen Flughäfen die Wahl, entweder ihr Passfoto in ein Lesegerät und anschließend in ein Gerät einzulegen oder, nachdem das Lesegerät ihren Ausweis akzeptiert hat, einfach in eine Kamera zu schauen. Das Gerät scannt und vergleicht dann die beiden Aufnahmen, um die Identität dent Reisenden festzustellen. Ein TSA-Beamter führt die Verifizierung durch.
Laut TSA gewährleistet das System, dass menschliche Fehler ausgeschlossen werden und Passagiere die Kontrollstelle ohne lange Wartezeiten passieren können. Reisende können sich weiterhin abmelden, obwohl TSA-Chef David Pekoske letztes Jahr erklärte, dass biometrische Daten in Zukunft möglicherweise benötigt würden, da sie zuverlässiger und weniger zeitaufwändig seien.
Die Senatoren appellierten an Schumer und McConnell, das bevorstehende FAA-Neuzulassungsgesetz als Gelegenheit zu nutzen, um Beschränkungen für das derzeit von der TSA eingesetzte Gesichtserkennungsprogramm einzuführen.
Die Senatoren betonten in ihrem Schreiben die Notwendigkeit einer sofortigen Reaktion auf die Gefahren, die die rasche Einführung von Gesichtserkennungsüberwachung mit sich bringt. Transparenz, öffentlicher Diskurs und parlamentarische Kontrolle wurden besonders hervorgehoben, da dies die einzigen Möglichkeiten zu sein schienen, den wachsenden Bedenken hinsichtlich der Einführung von Gesichtserkennungstechnologie an Flughäfen und anderswo zu begegnen.
Mögliche Konsequenzen und der zukünftige Ansatz
Die Behörde bewirbt das Gerät als bedeutende Sicherheitsverbesserung, die das Reisen erleichtert. Senatoren befürchten jedoch zukünftige Anwendungsbereiche der Technologie. Die Bedenken hinsichtlich des Missbrauchs dieser Technologie beschränken sich nicht auf die Passagierkontrolle an Flughäfen. Mit der Zeit werden Gesichtserkennungsscans in staatlichen Einrichtungen zum Standard gehören. Dann wird der Staat Bürger überall scannen können, beispielsweise beim Betreten öffentlicher Gebäude oder auf öffentlichem Gelände wie Parks und Bildungseinrichtungen.
Senatoren forderten die Direktoren Schumer und McConnell auf, die FAA-Neufassung des Gesetzes, die in diesem Jahr unbedingt verabschiedet werden muss, zu nutzen, um die Entwicklung dieser Technologie durch die TSA einzuschränken. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Pläne der TSA zur Gesichtserkennung alle Amerikaner erfassen würden, nicht nur an Flughäfen, sondern auch ohne öffentliche Debatte oder parlamentarische Kontrolle.

