SEC-Chef Gary Gensler warnte vor den 13 Billionen Dollar, die in US-Währung im Ausland lagern, und sagte, dies könne das amerikanische Finanzsystem destabilisieren.
Im Rahmen des Bloomberg Global Regulatory Forum wies Gensler darauf hin, dass ein Großteil dieses Geldes, das von ausländischen Banken gehalten wird, nicht versichert ist.
Dies gefährdet die US-Wirtschaft, falls auf den Eurodollar-Märkten etwas schiefgeht, die in der Vergangenheit mit Wirtschaftskatastrophen, darunter der Finanzkrise von 2008, in Verbindung gebracht wurden.
„Für uns in der globalen Regulierungsgemeinschaft könnte es noch mehr Arbeit geben, um die Widerstandsfähigkeit der Offshore-Eurodollar-Märkte zu gewährleisten“, sagte Gensler.
Er erwähnte auch, dass diese Offshore-Fonds die US-Notenbank schon mehr als einmal dazu veranlasst haben, als globaler Retter einzugreifen.
Offshore-Risiken
Während der Krise von 2008 pumpte die Fed Milliarden in ausländische Banken, um einen Zusammenbruch des Systems zu verhindern. Im Jahr 2020 musste die Fed massenhaft inländische Unternehmensanleihen aufkaufen, um den globalen Dollar-Anleihenmarkt zu stabilisieren.
Die Rolle der US-Zentralbank als internationaler Kreditgeber letzter Instanz ist nicht nur ein amerikanisches Problem. Globale Umbrüche und Krisen zwingen die USA, internationale Banken zu retten und die globalen Märkte zu stabilisieren.
Laut einem Bericht der Federal Reserve Bank von Atlanta ging es bei den Kaufaktionen der Bank im Jahr 2020 nie nur darum, US-Unternehmen zu helfen, sondern darum, das globale System zu retten.
Die Gefahr besteht darin, dass die Dominanz des US-Dollars Amerika selbst schaden könnte, wenn ausländische Finanzsysteme ins Wanken geraten.
Auf demselben Forum bezeichnete Gensler den Eurodollar-Markt als besonders gefährlich. Er erklärte, dass, wenn ausländische Banken US-Dollar verwenden, aber nicht der US-Regulierung unterliegen, dadurch massive Lücken entstehen, die niemand ausreichend im Blick behält.
Gensler warnt auch vor privaten Krediten.
Neben dem Problem der Offshore-Fonds wandte sich Gensler auch dem wachsenden privaten Kreditsektor zu. Er hob dessen potenzielle Risiken hervor und erklärte, dieser sei auf 1,7 Billionen Dollar angewachsen. Private Kredite seien zwar nicht neu, doch ihre schiere Größe berge nun ein neues Risiko, falls es zu Problemen komme. Er sagte:
„Obwohl private Kredite in irgendeiner Form schon seit Jahren existieren, stellt sich angesichts ihres deutlich gestiegenen Umfangs die Frage, wie sie Krisenzeiten in der heutigen oder einer noch größeren Größenordnung überstehen werden.“
Auch Akteure im Bereich privater Kredite versuchen, in den Privatkundenmarkt vorzudringen, was bei den Aufsichtsbehörden Besorgnis auslöst. Große Unternehmen wie State Street Corp., Apollo Global Management Inc. und BondBloxx drängen darauf, Privatanlegern über börsengehandelte Fonds (ETFs) Zugang zu privaten Krediten zu ermöglichen.
Obwohl private Kredite höhere Renditen versprechen, befürchten Verbraucherschützer, dass Privatpersonen nicht über das nötige Wissen verfügen, um diese Anlagen zu verstehen. Die mangelnde Transparenz auf dem Markt für private Kredite ist hierbei ein großes Problem.
Kritiker befürchten, dass diese ETFs für private Kredite die Grenzen zwischen professionellen und privaten Anlegern verwischen. Die SEC-Abteilung von Gensler prüft diese Anträge, um sicherzustellen, dass Kleinanleger in diesem Bereich keine Verluste erleiden.
Die Sorge besteht darin, dass private Kredite voller Risiken sind, die normale Bürger nicht richtig einschätzen können, insbesondere aufgrund mangelnder Offenlegungspflichten der großen Akteure.
Die US-Staatsverschuldung erreicht 35,6 Billionen Dollar.
Genslers Behauptung, Amerika sei finanziell stabil, wirkt angesichts der immer neuen Rekordwerte bei der Staatsverschuldung beinahe ironisch. Aktuell liegt sie bei über 35,6 Billionen Dollar.
Das defiist im laufenden Haushaltsjahr auf 1,8 Billionen Dollar angestiegen, was auf erhöhte Staatsausgaben angesichts des wirtschaftlichen Drucks zurückzuführen ist.
Das steigende defierschwert den USA die Haushaltsführung, insbesondere angesichts der steigenden Zinsen. Der durchschnittliche Zinssatz für Staatsschulden ist auf 3,35 % gestiegen, wodurch die Bedienung der Kredite für die Regierung teurer wird.
Diese Schulden lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen: öffentliche Schulden und innerstaatliche Schulden. Erstere umfassen Anleihen von Privatpersonen, Unternehmen und ausländischen Regierungen. Innerstaatliche Schulden sind Beträge, die der Staat sich selbst schuldet, wie beispielsweise Beiträge an die Sozialversicherung.
Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) nähert sich die globale öffentliche Verschuldung der Marke von 100 Billionen US-Dollar, wobei die USA und China die größten Verursacher sind.
Der IWF hat davor gewarnt, dass hohe Schuldenstände nicht tragbar seien und zu massiven globalen wirtschaftlichen Folgen führen könnten, wenn sie nicht richtig und schnell bewältigt würden.

