Zwei US-Senatoren beider Parteien treiben einen Vorschlag voran, der die primäre Aufsicht über den Kryptomarkt der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) übertragen könnte. Dieser Schritt wird jedoch als von der Branche vorangetriebene und stillschweigend von der Trump-Regierung unterstützte Kursänderung gewertet.
Der Diskussionsentwurf wurde von Senator John Boozman (Republikaner aus Arkansas) und Senator Cory Booker (Demokrat aus New Jersey) eingebracht. Er kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt für digitale Vermögenswerte bereits mit erheblichen Turbulenzen zu kämpfen hat. Die kumulierte Marktkapitalisierung von Kryptowährungen ist in den letzten 30 Tagen von über 4 Billionen US-Dollar auf rund 3,5 Billionen US-Dollar gefallen. Bitcoin -Kurs sank im gleichen Zeitraum um fast 6 %.
Senatoren drängen auf eine Beschränkung der Macht der SEC
Berichten zufolge würde der Entwurf die meisten Kryptowährungen als digitale Rohstoffe und nicht als Wertpapiere einstufen. Er legt nahe, dass Börsen und Handelsplattformen künftig der CFTC ( Commodity Futures Trading Commission) und nicht mehr der Securities and Exchange Commission (SEC) unterstehen. Dies würde neue Registrierungspflichten, Offenlegungsvorschriften und Gebührenstrukturen für die in diesem Bereich tätigen Unternehmen mit sich bringen.
Senator Booker sieht dies als ersten Schritt, da die Gesetzgebung noch lange nicht abgeschlossen ist. Die eigentliche Herausforderung könnte jedoch die Kapazität der CFTC zur Bearbeitung neuer Fälle sein. Derzeit ist die Behörde stark unterbesetzt; es gibt nur ein aktives Kommissarmitglied. Caroline Pham ist nach einer Reihe von Rücktritten das einzige verbliebene Mitglied des fünfköpfigen Gremiums. Trumps Kandidat für die Leitung der Behörde, der ehemalige CFTC-Anwalt Mike Selig, wartet noch auf die Bestätigung durch den Senat.
Die Personalfrage ist der Kernpunkt des politischen Streits. Die Demokraten befürchten, dass eine Übertragung der Zuständigkeit an die CFTC ohne Aufstockung der Ressourcen der Behörde zu einer unzureichenden Aufsicht über Kryptowährungen führen würde. Der Kryptomarkt befindet sich derzeit in einer Wachstumsphase.
Auf der anderen Seite sehen die Republikaner die CFTC als eine berechenbarere und weniger strafende Regulierungsbehörde als die SEC.
Der Bericht hob hervor, dass der Gesetzentwurf zwei der umstrittensten Themen der Kryptopolitik umgeht. Dazu gehören DeFi und die Durchsetzung der Geldwäschebestimmungen. Die Demokraten fordern eine explizite Regulierungsbefugnis für dezentrale Protokolle, während die Republikaner diese weitgehend unangetastet lassen wollen.
Die Lobbyarbeit der Kryptoindustrie intensiviert sich
Seit dem Amtsantritt der neuen Regierung im Weißen Haus hat die Lobbyarbeit bereits deutlich zugenommen. Im Oktober besuchten Führungskräfte von Coinbase, Circle und anderen großen Unternehmen die Büros der Senatoren. Dies deutet darauf hin, dass die Gesetzgebung zur Marktstruktur praktisch blockiert ist, sofern die Demokraten nicht ihre Zustimmung geben. Selbst wenn alle Republikaner für den Gesetzentwurf stimmen, wären mindestens sieben Stimmen der Demokraten erforderlich, um eine Blockade zu beenden. Ob dies gelingt, ist noch ungewiss.
Der Entwurf hebt nicht nur die Frage hervor, wer Kryptowährungen reguliert, sondern auch wie. Der Gesetzentwurf zielt Berichten zufolge darauf ab, das Recht auf Selbstverwahrung digitaler Vermögenswerte zu schützen. Dies soll es Einzelpersonen ermöglichen, diese direkt zu halten und mit ihnen zu handeln. Sie müssen jedoch nachweisen, dass sie keine Sanktionen oder Strafgesetze verletzen.
Der Landwirtschaftsausschuss des Senats hat bisher noch keine Anhörung angesetzt, die Grundzüge liegen aber nun vor. Der Kryptomarkt reagierte kaum auf den Entwurf; die kumulierte Obergrenze sank in den letzten 24 Stunden um etwa 1,5 %. Bitcoin Kurs liegt weiterhin unter der Marke von 105.000 US-Dollar, verzeichnet aber seit Jahresbeginn ein Plus von fast 12 %.

