Die SEC hat offiziell ihre Rolle im wachsenden Krypto- undDeFi-Sektor (Decentralized Finance) übernommen – nicht um zu kämpfen, sondern um ihn strenger zu regulieren. Am 6. Februar trat eine umfassende Erweiterung der Regeln in Kraft, die einen bedeutenden Wandel für Marktteilnehmer, insbesondere im Kryptobereich, im regulatorischen Umfeld markiert. Die Verabschiedung dieser Regeln, die sich über 247 Seiten erstrecken, signalisiert eine Ausweitung der SEC-Aufsicht und zielt darauf ab, ein breiteres Spektrum an Marktteilnehmern unter ihre Beobachtung zu stellen.
Eine neue Defiin der Stadt
Kaum ist die Tinte trocken,defidie SEC in ihrem neuesten Regelwerk die Begriffe „Händler“ und „Händler für Staatsanleihen“ neu und rüttelt damit an den Grundfesten der Wertpapiergesetze. Durch die Anpassung der Formulierung „im Rahmen einer regulären Geschäftstätigkeit“ im Securities Exchange Act von 1934 hat die SEC ihren Kreis der zu erfassenden Unternehmen deutlich erweitert. Diese müssen sich nun registrieren, einer Selbstregulierungsorganisation beitreten und eine Reihe von Bundesgesetzen und -vorschriften zum Wertpapierhandel einhalten. Dies ist keine bloße Anpassung, sondern ein tiefgreifender Wandel, der sich direkt gegen diejenigen richtet, die eine „wesentliche Rolle bei der Liquiditätsbereitstellung“ an den Märkten spielen. Wenn Sie also von Geld-Brief-Spannen profitieren oder sich in der Nähe der bestmöglichen Preise auf beiden Marktseiten bewegen, herzlichen Glückwunsch – Sie könnten in den Augen der SEC bereits als Händler gelten.
Die Schwelle für diese Einstufung ist nichts für schwache Nerven; wer 50 Millionen Dollar kontrolliert oder besitzt, steht sofort im Rampenlicht. Die Entscheidung, die entlang der Parteilinien fiel, sah die beiden republikanischen SEC-Mitglieder mit Gegenstimmen, was die Kontroverse um diese regulatorische Erweiterung unterstreicht. Während die Krypto-Community und ihre Befürworter vielleicht auf eine Fußnote gehofft hatten, erhielten sie stattdessen einen eigenen Abschnitt in der endgültigen Regelung, der die Absicht der SEC signalisiert, Kryptohandelsaktivitäten in ihren Regulierungsbereich zu integrieren.
DeFi und Krypto: Im Kreuzfeuer der SEC
Es geht hier nicht nur um zusätzlichen bürokratischen Aufwand für die großen Marktteilnehmer. Die Auswirkungen auf den Krypto- und DeFi Sektor sind tiefgreifend. Indem die SEC eine funktionale Analyse auf Basis von Wertpapierhandelsaktivitäten durchführt, macht sie deutlich: Die Art des gehandelten Wertpapiers ist irrelevant. Dieser Ansatz könnte einen erheblichen Teil des Kryptohandels und DeFi Aktivitäten in den Zuständigkeitsbereich der SEC bringen, unabhängig von der digitalen oder dezentralen Natur dieser Transaktionen.
Die Debatte um diese Regeländerung war ebenso polarisierend wie wegweisend. Befürworter argumentieren, die Schließung der Gesetzeslücke für nicht registrierte Händler sei ein notwendiger Schritt zum Schutz der Marktintegrität. Kritiker hingegen, darunter das republikanische SEC-Mitglied Mark Uyeda, bemängeln die weitreichende Zuständigkeitsausdehnung der Regel als Kompetenzüberschreitung und schüren Bedenken hinsichtlich der expansiven Auslegung des SEC-Mandats.
Inmitten dieses regulatorischen Tauziehens hat der Kongress seinerseits Maßnahmen gegen die Eingriffe der SEC ergriffen und sich dabei insbesondere auf das Staff Accounting Bulletin 121 (SAB 121) konzentriert. Dieses Bulletin hat für Unmut gesorgt, da es Banken verpflichtet, die Krypto-Vermögenswerte ihrer Kunden in der Bilanz zu führen – ein Schritt, der nach Ansicht einiger Abgeordneter Banken davon abhalten könnte, als Krypto-Verwahrer zu fungieren. Die Bemühungen, SAB 121 mithilfe des Congressional Review Act aufzuheben, verdeutlichen den anhaltenden Konflikt zwischen Regulierungsbehörden und der Kontrolle durch die Legislative, in dem die Kryptoindustrie und ihre Befürworter zwischen die Fronten geraten.

