Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC hat kürzlich den Handel mit Bitcoin -ETFs (Exchange Traded Funds) genehmigt und damit einen langwierigen und folgenreichen Regulierungsprozess abgeschlossen. Hester Pierce, SEC-Kommissarin und aufgrund ihrer kryptofreundlichen Haltung als „Crypto Mom“ bekannt, äußerte sich dazu und bezeichnete die gesamte Angelegenheit als unnötig, aber dennoch wirkungsvoll.
SEC-Kommissar erläutert die frühere Haltung der SEC
Die SEC-Kommissarin hob hervor , dass der erste Antrag für einen Bitcoin -ETF vor über zehn Jahren eingereicht wurde, und unterstrich damit die Unverständlichkeit der wiederholten Ablehnungen durch die SEC. Sie argumentierte, dass sich das Prüfverfahren der SEC für diese Anträge deutlich von den üblichen Verfahren zur Genehmigung vergleichbarer börsengehandelter Produkte (ETPs) unterscheide, und prognostizierte, dass die Genehmigungsfristen unrealistisch seien. Sie betonte, dass sich die Anforderungen ständig änderten, was zu einer langen Reihe von Ablehnungen geführt habe.
Pierce kritisierte das Zögern der SEC, da diese zuvor nicht gehandelt hatte. Sie merkte an, dass Privatanleger aufgrund der Verzögerungen auf weniger effiziente Wege zurückgegriffen hätten, um in Bitcoin zu investieren. Pierce bemängelte die schwache Begründung der SEC für den Kurswechsel und bedauerte die verpassten Chancen des letzten Jahrzehnts. Sie argumentierte, dass die Anwendung des für andere rohstoffbasierte ETPs geltenden Standards zu einer deutlich früheren Zulassung geführt hätte. Die Entscheidung der SEC, Spot- Bitcoin -ETFs zuzulassen, folgte einem Gerichtsurteil vom August, das die Behörde anwies, einen Antrag von Grayscale auf Umwandlung seines Bitcoin Trust in einen echten ETF zu prüfen.
Das Gericht bemängelte das Fehlen einer schlüssigen Begründung für die Ablehnung von Spot- Bitcoin -ETFs und stufte diese Ablehnungen als potenziell rechtswidrig ein. SEC-Vorsitzender Gary Gensler bestätigte das Urteil und erklärte, die Umstände hätten sich geändert, was die Zulassung von Spot Bitcoin -ETP-Anteilen rechtfertige. Trotz der Zulassung argumentierte Pierce, dass die Anordnung die Schäden, die durch die jahrelange ungleiche Behandlung von Spot Bitcoin Produkten durch die SEC entstanden seien, nicht wiedergutmache. Der SEC-Kommissar erläuterte die negativen Folgen des kryptofeindlichen Ansatzes der SEC und betonte den Reputationsschaden für die Behörde auch außerhalb des Kryptobereichs.
Auswirkungen der Genehmigung und des weiteren Weges
Die SEC-Kommissarin argumentierte, dass ein schwindendes Vertrauen der Öffentlichkeit die Fähigkeit der SEC, die Märkte effektiv zu regulieren, beeinträchtigen könnte. Pierce kritisierte zudem die Ressourcenverschwendung und schätzte, dass Millionen von Dollar an Arbeitszeit für die Blockierung dieser Anträge aufgewendet worden seien. Die Kommissarin bedauerte, dass das Vorgehen der SEC das Verständnis ihrer Rolle in der Öffentlichkeit getrübt habe, und betonte, dass der Kongress die SEC nicht ermächtigt habe, vorzuschreiben, ob eine bestimmte Anlage für Privatpersonen geeignet sei. Sie behauptete, dass Verwaltungsverfahren missbraucht würden, um der SEC missliebige Anlagen der Öffentlichkeit vorzuenthalten.
Pierce kritisierte zudem die von der SEC geschürte künstliche Hysterie um Bitcoin -ETFs und meinte, die Einhaltung der eigenen Regeln hätte diese chaotische Atmosphäre verhindern können. Der SEC-Kommissar argumentierte, die Maßnahmen der SEC hätten eine ganze Generation von Produktinnovatoren im Kryptobereich verprellt und hob den kostspieligen Rechtsstreit hervor, der schließlich zur Zulassung von Bitcoin ETFs führte. In Anbetracht der Situation rief Pierce dazu auf, nicht Bitcoin selbst, sondern das Recht amerikanischer Anleger zu feiern, ihre Meinung zu Bitcoin durch den Handel mit Bitcoin -ETFs auszudrücken.
Sie lobte die Beharrlichkeit der Marktteilnehmer bei der Entwicklung eines Produkts, von dem sie überzeugt waren, dass es den Anlegern zusagte, und würdigte die jahrzehntelange Hartnäckigkeit der Antragsteller trotz der Blockade durch die Kommission. Die Zulassung von Bitcoin -ETFs durch die SEC nach einem langwierigen und komplizierten Verfahren stellt eine bedeutende Entwicklung an der Schnittstelle von Kryptowährungen und traditionellen Finanzmärkten dar. Die Kritik von Kommissarin Pierce verdeutlicht die Herausforderungen auf diesem Weg und unterstreicht die Notwendigkeit regulatorischer Klarheit und Konsistenz im sich wandelnden Kryptomarkt.

