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Scott Bessent sagt, der Yuan-Verfall gegenüber dem Euro sei ein Problem Europas, nicht Amerikas

In diesem Beitrag:

  • Scott Bessent sagte, der Wertverfall des Yuan sei ein europäisches, kein US-amerikanisches Problem.

  • Er bestätigte, dass der Yuan gegenüber dem Dollar gestiegen sei, aber gegenüber dem Euro Rekordtiefstände erreicht habe.

  • Der chinesische Handel mit den USA ist in diesem Jahr um 14 % gesunken, der Handel mit Europa hingegen um 6,9 % gestiegen.

US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Donnerstag in Madrid, der Verfall der chinesischen Währung sei kein Problem für die Vereinigten Staaten, sondern Europa müsse sich Sorgen machen.

In einem gemeinsamen Interview mit Reuters und Bloomberg äußerte sich Scott nach Treffen mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng im Rahmen der US-chinesischen Handelsgespräche, bei denen es auch um TikTok ging.

Er stellte klar, dass der Yuan, auch Renminbi genannt, in diesem Jahr gegenüber dem US-Dollar tatsächlich an Wert gewonnen habe, aber gegenüber dem Euro auf ein Rekordtief gefallen sei.

„Der Renminbi ist in diesem Jahr gegenüber dem Dollar sogartron. Gegenüber dem Euro befindet er sich jetzt auf einem Allzeittief, was ein Problem für die Europäer darstellt“, sagte Scott und wies die Vermutung zurück, Peking versuche, seine Währung abzuwerten, um sich einen unfairen Vorteil gegenüber Washington zu verschaffen.

Er sagte, chinesische Beamte hätten gegenüber den USA nichts dergleichen versucht und erklärte die Realität hinter den Währungsbewegungen: „Es handelt sich um eine geschlossene Währung. Daher kontrollieren sie den Kurs.“

Der Zusammenbruch des Yuan begünstigt einen chinesischen Exportboom in Europa

Seit Januar ist der Yuan von 7,5 pro Euro auf über 8,4 gefallen, was in ganz Europa Besorgnis auslöste. Gegenüber dem Dollar hat er hingegen leicht von 7,3 auf 7,1 zugelegt.

Diese Divergenz hat zu einer unausgewogenen Handelsdynamik geführt, denn während die USA aufgrund aggressiver Zölle einen Rückgang ihrer Importe aus China um 14 % verzeichnen mussten, hat Europa einen Anstieg des Handels mit China um 6,9 % erlebt.

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Scott erklärte die US-Zölle erfüllten ihren Zweck, indem sie das Handelsdefizit verringerten defiDie umgeleiteten chinesischen Warenströme landeten nun aber stattdessen auf europäischen Märkten, wo die Schwäche des Yuan chinesische Exporte in Euro gerechnet noch günstiger mache.

Die Abschwächung des Yuan trifft Europa zu einem heiklen Zeitpunkt, da die Europäische Zentralbank (EZB) im vergangenen Jahr konsequent die Zinssätze gesenkt hat, um das Wachstum in der gesamten Eurozone zu stützen.

Zwischen Juni 2024 und Juni 2025 wurde die geldpolitische Lockerung aggressiv vorangetrieben, doch gerade als sich die Preise zu stabilisieren begannen, überschwemmten billige chinesische Produkte den Markt und lösten eine Deflation aus.

Laut Scope Ratings liegen die Kerninflation und das Lohnwachstum in der EU weiterhin über dem Zielwert, auch wenn sie sich leicht abgeschwächt haben.

Die Arbeitsmärkte bleiben angespannt, insbesondere in großen Volkswirtschaften wie Deutschland, obwohl die öffentlichen Ausgaben europaweit steigen, vor allem im Verteidigungs- und Infrastrukturbereich, was die Preise erneut in die Höhe treibt. Zudem wird voraussichtlich 2027 ein neues EU-Energiehandelssystem in Kraft treten.

Die EZB beobachtet die Stärke des Euro und die Deflationsrisiken.

Laut Scope plant die EZB für 2025 keine weiteren Zinssenkungen. Sie schließt aber nichts aus. Die nächste geldpolitische Entscheidung wird von mehreren Faktoren abhängen: Inflationsentwicklung, Wachstumsaussichten, Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU und vor allem dem Wechselkurs.

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Der Euro hat in diesem Jahr bisher 13 % gegenüber dem Dollar zugelegt. Sollte er die Marke von 1,20 überschreiten, könnte dies die Wettbewerbsfähigkeit Europas beeinträchtigen und Deflationsängste schüren.

Scotts Kommentare zum Yuan deuten auf eine wachsende Kluft zwischen den USA und Europa im Umgang mit ihren Wirtschaftsbeziehungen zu China hin.

Die amerikanische Handelsstrategie unterdent Donald Trump zielt darauf ab, chinesische Importe einzudämmen, und laut Scotts Berechnungen zeigt sie Wirkung. Europa hingegen leidet unter den Folgen eines zweifachen Drucks – eines unterbewerteten Yuan und eines überbewerteten Euro.

Der Euro ist nach wie vor die zweitwichtigste Reservewährung nach dem Dollar. Aber wie lange wird das noch so bleiben? Wir werden die Entwicklung beobachten.

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