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Schottische Polizei weitet umstrittenen Einsatz von Gesichtserkennung aus: Bedenken hinsichtlichdentwachsen

In diesem Beitrag:

  • Der Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie durch die schottische Polizei hat sich innerhalb von fünf Jahren verdreifacht, was Bedenken hinsichtlich Genauigkeit und Datenschutz aufkommen lässt.
  • Experten und Aktivisten fordern eine Aussetzung der Gesichtserkennungstechnologie, bis deren Angemessenheit und Wirksamkeit nachgewiesen sind.
  • Der zunehmende Einsatz von Gesichtserkennung in ganz Großbritannien löst eine Debatte über die ethischen und rechtlichen Grenzen der Technologie für die Strafverfolgung aus.

Die schottische Polizei hat in den letzten fünf Jahren die Nutzung einer umstrittenen Form der Gesichtserkennungstechnologie deutlich ausgeweitet, was Besorgnis über möglichedentvon Verdächtigen auslöst. Der sprunghafte Anstieg der retrospektiven Gesichtserkennung hat Alarm ausgelöst, und Experten sowie Aktivisten fordern eine Neubewertung ihres Einsatzes sowietronSicherheitsvorkehrungen.

Zunehmender Einsatz von Gesichtserkennung

Laut Daten, die durch Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information Act, FoI) erhoben wurden, hat sich der Einsatz der nachträglichen Gesichtserkennung durch die schottische Polizei in den letzten fünf Jahren verdreifacht. Diese Technologie verwendet Algorithmen, um Personen, die an Tatorten von Überwachungskameras erfasst wurden,dent, indem ihre Gesichter mit Millionen von in einer landesweiten Polizeidatenbank gespeicherten Bildern verglichen werden. Besonders bemerkenswert ist, dass die Nutzung der Gesichtserkennungsfunktion durch die schottische Polizei von knapp 1300 Abfragen im Jahr 2018 auf fast 4000 im Jahr 2022 sprunghaft angestiegen ist. Damit belegt sie den vierten Platz unter den Polizeibehörden im Vereinigten Königreich, die diese Technologie am häufigsten einsetzen.

Ethische Bedenken und Vorurteile

Die schottische Polizei betrachtet die nachträgliche Gesichtserkennung zwar als wertvolles Instrument zurdentvon Straftätern, darunter auch Kinderschänder, doch Aktivisten und Politiker äußerten Bedenken. Die Technologie ist dafür bekannt, „falsch positive“ Ergebnisse zu liefern und somit Personen fälschlicherweise zudent. Studien wiesen zudem auf Verzerrungen in den Gesichtserkennungsalgorithmen hin, insbesondere gegenüber Frauen und People of Color.

Forderungen nach Aussetzung und Überprüfung

Experten auf diesem Gebiet, darunter auch Berater der schottischen Regierung in Fragen der Gesichtserkennung, fordern einen Stopp des Einsatzes dieser Technologie durch die schottische Polizei, bis stichhaltige Beweise für ihre Angemessenheit, Verhältnismäßigkeit und Effektivität vorliegen. Die Tatsache, dass die Polizeidatenbank Bilder von Personen enthält, die für unschuldig befunden oder später in einem Gerichtsverfahren freigesprochen wurden, hat diese Bedenken verstärkt.

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Eskalation der Durchsuchungen im gesamten Vereinigten Königreich

Die Zunahme von Durchsuchungen mithilfe von Gesichtserkennungstechnologie ist kein Phänomen, das nur die schottische Polizei betrifft. Daten des Innenministeriums zeigen, dass die Gesamtzahl der von allen Polizeibehörden im Vereinigten Königreich durchgeführten Durchsuchungen von 3360 im Jahr 2014 auf 85.158 im Jahr 2022 sprunghaft angestiegen ist. Bemerkenswerterweise führte die Metropolitan Police im vergangenen Jahr fast 30 % dieser Durchsuchungen durch.

Rechtliche und datenschutzrechtliche Implikationen

Der Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie wirft erhebliche rechtliche und datenschutzrechtliche Bedenken auf. 2012 urteilte der High Court gegen die Metropolitan Police, weil diese Bilder von Personen gespeichert hatte, die zwar festgenommen, aber nicht weiter verfolgt worden waren. Trotz nachfolgender Regulierungen und Zusagen zur Löschung von Bildern unschuldiger Personen argumentieren Aktivisten, dass viele dieser Bilder weiterhin in Polizeidatenbanken vorhanden sind.

Perspektive des Biometriebeauftragten

Der schottische Biometriebeauftragte Brian Plastow äußerte zwar keine Bedenken hinsichtlich der Anzahl der Abfragen, betonte aber die Notwendigkeit, dass die schottische Polizei durch die Veröffentlichung relevanter Daten das Vertrauen der Öffentlichkeit und die Transparenz stärken müsse. Er stellte zudem die Zuverlässigkeit von Gesichtserkennungssoftware infrage und wies auf deren fehlende Validierung oder Akkreditierung nach anerkannten internationalen wissenschaftlichen Standards hin. Plastow führt derzeit eine Überprüfung der Bildspeicherung in älteren Systemen durch; die Ergebnisse sollen dem schottischen Parlament im März 2024 vorgelegt werden.

Forderungen nach einem vollständigen Verbot

Patrick Corrigan von Amnesty International UK hat ein vollständiges Verbot der Gesichtserkennungstechnologie gefordert, da diese das Potenzial habe, systemischen Rassismus innerhalb der Polizei zu verschärfen. Corrigan argumentiert, dass der zunehmende Einsatz dieser Technologie dem Anspruch der schottischen Polizei, als menschenrechtsbasierte Organisation zu agieren, widerspricht.

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Die schottische Regierung hat erklärt, dass die Entscheidung über den Einsatz von Technologie mit Gesichtserkennungsfunktionen eine operative Angelegenheit der schottischen Polizei ist.

Weitergehende technologische Bedenken

Die rasante Zunahme des Einsatzes von Gesichtserkennungstechnologie im Nachhinein durch die schottische Polizei hat eine breitere Debatte über die zulässigen Grenzen polizeilicher Technologie ausgelöst. Experten und Aktivisten betonen die Notwendigkeit einer öffentlichen Diskussion, um festzulegen, was einen angemessenen, verhältnismäßigen und ethisch vertretbaren Einsatz solcher Technologien darstellt.

In einer Gesellschaft, in der sich Technologie und Überwachung stetig weiterentwickeln, bleibt die Debatte um den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie und deren Auswirkungen auf Datenschutz und Justiz ein zentraler Bestandteil der Diskussion über Polizeiarbeit und Bürgerrechte. Angesichts der anhaltenden Bedenken ist klar, dass eine strenge Regulierung und Aufsicht unerlässlich sind, um ein Gleichgewicht zwischen effektiver Strafverfolgung und dem Schutz individueller Rechte und der Privatsphäre zu gewährleisten.

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