Nachdem die Stadt New Orleans am vergangenen Freitag von einem verheerenden Ransomware-Angriff getroffen wurde, der zu einem kompletten Netzwerkausfall führte, rief sie den Notstand aus, um sich von dem entstandenen Schaden zu erholen.
Alles begann in den frühen Morgenstunden des 13. Dezember 2019, als die städtische Notfallvorsorgeinitiative NOLA Ready verdächtige Aktivitäten im Netzwerk feststellte. Nach mehreren Untersuchungen wurde ein Ransomware-Angriff entdeckt. Daraufhin wiesen die IT-Verantwortlichen der Stadt vorsorglich alle Mitarbeiter an, ihre Computer herunterzufahren und sich vollständig vom WLAN zu trennen.
New Orleans unter Belagerung: Von Ransomware-Angriff getroffen
Die Auswirkungen des Angriffs waren in fast allen städtischen Einrichtungen spürbar. Die Gerichte arbeiteten ohne Zugriff auf die Online-Datenbanken, und die Polizei war auf mühsame manuelle Papierarbeit angewiesen, um ihre Aufgaben zu erledigen, während die Ermittlungen andauerten und die Behörden versuchten, die städtischen Computersysteme wieder in Betrieb zu nehmen. Glücklicherweise funktionierte der Notruf 911 jedoch ohne Unterbrechungen.
Dank der umgehend von NOLA Ready eingeleiteten Präventivmaßnahmen konnte der Schaden offenbar weitgehend begrenzt werden, indem die Stadt die Geräte unmittelbar nach der Warnung vom Netz trennte. Seitdem wurde von den Angreifern keine Lösegeldforderung gestellt.
Stadt , LaToya Cantrell, bestätigte in einer offiziellen Pressekonferenz am 16. Dezember 2019, dass die Wiederherstellung des städtischen Netzwerks in vollem Gange ist und voraussichtlich bis Ende des Jahres andauern wird. Obwohl das Netzwerk der Stadt voraussichtlich deutlich vor Jahresende wieder voll funktionsfähig sein wird, möchten wir die Bevölkerung darauf vorbereiten, bis zur Wiederherstellung der verlorenen Daten manuelle Arbeiten in Kauf zu nehmen. Schließlich ist es für uns alle wichtig, dass unsere Verwaltung so schnell wie möglich wieder voll funktionsfähig ist, betonte Cantrell.
Ryuk-Ransomware schlägt erneut zu?
Obwohl die Ermittler noch nicht genau feststellen konnten, wer oder was den Angriff verursacht hat, halten Cybersicherheitsexperten Ryuk für einen möglichen Verdächtigen. Während das umfangreiche Netzwerk der Stadt mit über viertausend Computern auf allen Ebenen genauestens untersucht wird, erklärte die städtische IT-Beauftragte Kim LaGrue in einer Stellungnahme, dass ausreichend Beweise vorliegen, um zu bestätigen, dass Hacker die Kontrolle über die städtischen Systeme durch Phishing erlangt haben.
Leider sind amerikanische Städte nicht länger vor solch verheerenden Cyberangriffen gefeit. Anfang August dieses Jahres fielen gleich 23 Städte in Texas einem koordinierten Ransomware-Angriff zum Opfer. Auch Floridas zwei große Touristenstädte, Riviera Beach und Lake City, wurden Opfer von Ransomware-Angriffen und mussten hohe Bitcoin Lösegelder an ihre Angreifer zahlen, um die Kontrolle über ihre Systeme zurückzuerlangen.
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