Angesichts der zunehmenden Klagen gegen KI-Unternehmen wegen der unerlaubten Verwendung von Inhalten beim Training von KI-Modellen bietet eines der führenden Unternehmen, OpenAI, Künstlern nun die Möglichkeit, die Verwendung ihrer Werke im KI-Modelltraining zu verhindern. Diese Lösung kommt jedoch zu spät.
Der Kampf zwischen Kreativen und KI-Firmen
KI-Programme, ob zur Bildgenerierung oder für Chatbots, werden mit Terabytes an aus dem Internet gesammelten Inhalten trainiert. Einige der Unternehmen hinter diesen Modellen haben jedoch Inhalte ohne Genehmigung verwendet und damit im Grunde die Werke menschlicher Urheber und Künstler gestohlen.
Die Situation hat seither zu zahlreichen Klagen und Artikeln gegen Unternehmen wie OpenAI geführt, weil diese möglicherweise urheberrechtlich geschützte Werke illegal zum Trainieren von KI-Modellen verwendet haben.
Im September reichten über ein Dutzend Autoren Klage gegen OpenAI ein, weil das Unternehmen ihre Urheberrechte verletzte, indem es ihre Bücher zum Trainieren seines beliebten Chatbots ChatGPT verwendete. „Der Erfolg und die Profitabilität von OpenAI basieren auf massenhaften Urheberrechtsverletzungen ohne jegliche Genehmigung der Urheberrechtsinhaber oder eine Entschädigung an diese“, heißt es in der Klage.
Einen Monat zuvor Cryptopolitan außerdem berichtet, dass die Anwälte der NY Times ebenfalls eine Klage gegen den Erfinder von ChatGPT wegen Urheberrechtsverletzung erwägen.
OpenAIs stillschweigende Reaktion auf Urheberrechtsfragen
Während die Befürchtungen und der rechtliche Druck hinsichtlich des Vordringens von KI in die Kreativwirtschaft zunehmen, hat OpenAI stillschweigend die neueste Version seines bildgenerierenden KI-Programms DALL-E 3 veröffentlicht, die es Urhebern ermöglicht, die Verwendung ihrer Werke beim Training von KI-Modellen zu verhindern.
DALL-E 3 lehnt nun auch Anfragen nach Bildern im Stil eines Künstlers ab. „DALL-E 3 ist so konzipiert, dass Anfragen nach Bildern im Stil lebender Künstler abgelehnt werden. Urheber können ihre Bilder nun auch vom Training unserer zukünftigen Bildgenerierungsmodelle ausschließen“, so OpenAI.
Dies ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, um Künstlern den Schutz ihrer Werke für die Zukunft zu erleichtern, doch dürfte es letztendlich keinen großen Unterschied machen, da die vor 2023 veröffentlichten Inhalte bereits in den KI-Datensatz eingespeist worden sein könnten und es für Unternehmen wirtschaftlich nicht machbar ist, ihre Programme aufgrund individueller Widerspruchsanfragen neu zu trainieren.
„Die Vergangenheit? Die ist vorbei – zumindest der größte Teil davon“, sagte Daniel Gervais, ein Rechtsprofessor an der Vanderbilt University, der sich auf KI und Urheberrecht spezialisiert hat.
OpenAI bietet Künstlern eine Möglichkeit, KI-Modelle daran zu hindern, ihre Werke zu kopieren
