Nvidia hat es offiziell bestätigt: Es wird keinen weiteren Hopper-Chip für China geben. In einem Livestream des taiwanesischen Fernsehsenders Formosa TV News erklärte CEO Jensen Huang, dass die Hopper-H2O-Architektur nicht weiter modifiziert werden könne, um den US-Exportbestimmungen zu entsprechen.
„Es ist nicht Hopper, weil es nicht mehr möglich ist, Hopper zu modifizieren“, sagte am Samstag auf die Frage, welcher Chip H2O auf dem chinesischen Markt ersetzen könnte.
Das Unternehmen überlegt nun, was es stattdessen anbieten soll, nachdem Washington weitere Lieferungen von H2O blockiert hat, dem einzigen KI-Chip von Nvidia, der nach den geltenden Bestimmungen noch in China verkauft werden darf.
Dieser Chip war bereits eine abgespeckte Version früherer Designs, speziell entwickelt, um die Exportgrenzen einzuhalten. Da Hopper nicht mehr angepasst werden kann, muss Nvidia ein völlig neues Produkt entwickeln, wenn das Unternehmen weiterhin legal in China verkaufen will.
Nvidia muss in China angesichts verschärfter KI-Vorschriften überleben
Jensen reiste kurz nach Bekanntgabe der Beschränkungen nach China und unterstrich damit, wie wichtig der Markt für das Unternehmen nach wie vor ist. Im Geschäftsjahr bis zum 26. Januar erwirtschaftete Nvidia in China 17 Milliarden US-Dollar, was 13 % des Gesamtumsatzes entsprach. Doch diesen Wert zu halten, wird zunehmend schwieriger.
Wie Reuters berichtet, plant das Unternehmen, innerhalb der nächsten zwei Monate einen neuen, leistungsschwächeren Chip auf den Markt zu bringen. Der noch unbenannte Chip werde nicht zur Hopper-Familie gehören, so Jensen. Dies bestätigt die Vermutung vieler: Die Designgrenzen von Hopper sind vollständig erreicht, und Nvidia hat in dieser Produktlinie keinen rechtlichen Spielraum mehr.
Die aktuellen Regelungen stammen aus dem Rahmenwerk für die Verbreitung künstlicher Intelligenz, einer im Januar von der Biden-Administration eingeführten Richtlinie, nur eine Woche bevordent Donald Trump ins Weiße Haus zurückkehrte.
Die Regeln verhinderten den Export hochentwickelter KI-Chips in mehrere Länder, darunter China. Jensen bezeichnete diese Kontrollen als Fehler. „Exportkontrollen sollten darauf abzielen, die Verbreitung US-amerikanischer Technologie zu maximieren“, sagte er und kritisierte damit den Rahmen der Biden-Ära.
Trump hat angekündigt, die KI-Förderpolitik vollständig abzuschaffen, da sie schädlich für Wirtschaft und Innovation sei. Doch vorerst bleiben die Beschränkungen bestehen, und Nvidia versucht verzweifelt, in China Fuß zu fassen, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen.
Gleichzeitig gewinnen lokale Anbieter wie Huawei im Markt für KI-Chips an Boden und profitieren von Nvidias regulatorischen Rückschlägen. Das Unternehmen zieht sich zwar nicht aus China zurück, ist aber nun gezwungen, auf leistungsschwächere Alternativen zurückzugreifen, bis eine neue Architektur verfügbar ist.

