Microsoft gab bekannt, das Lumma-Stealer-Malware-Netzwerk zerschlagen zu haben. In Zusammenarbeit mit internationalen Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmte das Technologieunternehmen mehrere schädliche Domains und unterband eine groß angelegte Cyberkriminalitätsoperation.
In einem Blogbeitrag gab Microsoft bekannt, dass ein Bundesgericht in Georgia die Abteilung für digitale Kriminalität des Unternehmens ermächtigt hat, fast 2.300 für Lummas Aktivitäten essenzielle Websites abzuschalten, zu blockieren oder zu sperren. Das Unternehmen arbeitete zudem eng mit lokalen und internationalen Strafverfolgungsbehörden zusammen, um die Infrastruktur der Schadsoftware zu zerschlagen.
Darüber hinaus teilte Microsoft mit, dass das US-Justizministerium das zentrale Kommandosystem von Lumma beschlagnahmt und die Marktplätze, auf denen die Malware an andere Cyberkriminelle verkauft wurde, gestört habe.
Microsoft wies darauf hin, dass auch andere Technologieunternehmen wie Cloudflare , BitSight und Lumen dazu beigetragen haben, das Lumma-Malware-Ökosystem .
Microsoft und internationale Behörden haben die Lumma-Malware-Infrastruktur abgeschaltet
Microsoft gibt an, dass der Lumma Stealer bereits 2022 in Untergrundforen beworben wurde und dass die Malware seitdem mehrere Updates erhalten hat.
Das Europäische Zentrum für Cyberkriminalität von Europol und das japanische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität spielten ebenfalls eine Schlüsselrolle bei der Abschaltung der lokal ansässigen Lumma-Infrastruktur.
Lumma ist ein Schadprogramm, mit dem Cyberkriminelle sensible Daten wie Passwörter, Kreditkartendaten, Bankkontoinformationen und Zugangsdaten für Kryptowährungs-Wallets stehlen dent Laut Microsoft hat sich die Schadsoftware zum bevorzugten Werkzeug von Cyberkriminellen und Online-Bedrohungsakteuren entwickelt, da sie sich leicht verbreiten und mit der richtigen Programmierung einige Sicherheitsvorkehrungen überwinden lässt.
Vom 16. März bis zum 16. Mai meldete Microsoft die Entdeckung von über 394.000 mit der Lumma-Malware infizierten Windows-Computern. Das Unternehmen arbeitete mit Strafverfolgungsbehörden und Cybersicherheitsfirmen zusammen, um die Kommunikation zwischen der Malware und den kompromittierten Geräten zu unterbrechen.
Microsoft hob beispielsweise eine Phishing-Kampagne vom März 2025 hervor, bei der Kriminelle Nutzer täuschten, indem sie ihnen vorgaukelten, mit Booking.com zu interagieren. Die Angreifer nutzten in diesem Fall die Schadsoftware Lumma, um finanzielle Verluste zu begehen.
Microsoft berichtete außerdem, dass Hacker Lumma eingesetzt haben, um Online-Gaming-Communities und Bildungssysteme anzugreifen. Andere Cybersicherheitsunternehmen stellten fest, dass es bei Angriffen auf die Fertigungsindustrie, die Logistik, das Gesundheitswesen und andere kritische Infrastruktursektoren verwendet wurde.
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