JPMorgan hat in Zusammenarbeit mit BlackRock und Barclays die erste Blockchain-basierte Sicherheitenabwicklung erfolgreich abgeschlossen. Durch die Nutzung der Ethereum-basierten Onyx-Blockchain der Bank in Verbindung mit dem neu eingeführten Tokenized Collateral Network (TCN) stellt diese Transaktion einen bedeutenden Fortschritt in der Tokenisierung von Vermögenswerten dar.
BlackRock beauftragte TCN mit der Tokenisierung von Anteilen eines seiner Geldmarktfonds, die anschließend umgehend als Sicherheit für ein außerbörsliches Derivategeschäft an Barclays übertragen wurden. Dieses bemerkenswerte Vorstoß im Bereich der Tokenisierung unterstreicht nicht nur die wachsende Synergie zwischen traditionellem Finanzwesen und Blockchain-Technologie, sondern demonstriert auch die Geschwindigkeit und Effizienz, die die Blockchain bei Vermögenstransfer- und Abwicklungsprozessen ermöglicht.
Tokenisierung: Eine nahtlose Brücke zwischen traditionellen Vermögenswerten und digitalen Nutzen
Laut einer Pressemitteilung von JPMorgan verlief der Tokenisierungsprozess reibungslos innerhalb weniger Minuten, wobei eine direkte Verbindung zwischen dem Transferagenten des Fonds und TCN hergestellt wurde.
Dieser beschleunigte Transfer zwischen BlackRock und Barclays wurde als Premiere für alle beteiligten Parteien gewertet und markiert einen Wendepunkt, an dem Anteile an Geldmarktfonds (MMFs) als Sicherheiten zwischen bilateralen Derivatepartnern eingesetzt werden.
Darüber hinaus eröffnet diese Initiative eine schnellere und kostengünstigere Methode zur Erfüllung von Margin-Anforderungen durch die Hinterlegung tokenisierter Geldmarktfondsanteile als Sicherheiten. Tyrone Lobban, Leiter des Bereichs Onyx Digital Assets bei JPMorgan, betonte, dass die Einführung von TCN es Kunden nun ermöglicht, einen zusätzlichen Nutzen aus ihren Geldmarktfonds-Investitionen zu ziehen.
Dieses Projekt ist nicht nur ein einmaliges Experiment, sondern ein bedeutender Schritt hin zu einem neuen operativen Paradigma. Nach dem internen Testlauf von TCN im Mai 2022 hat JPMorgan seine Blockchain-basierte Anwendung zur Sicherheitenabwicklung nun auf weiteresteemKunden ausgeweitet und kann auf eine vielversprechende Anzahl an Transaktionen zählen. Ed Bond, Leiter Trading Services bei JPMorgan, erläuterte gegenüber Bloomberg das Ziel der Bank, eine nahezu sofortige Bewegung von Sicherheiten zu ermöglichen – ein deutlicher Unterschied zum herkömmlichen, tagelangen Prozess.
Die Ambitionen von TCN reichen über Geldmarktfonds hinaus. Die neue Entwicklung sieht in naher Zukunft auch die Einbeziehung verschiedener Anlageklassen wie Aktien und festverzinsliche Wertpapiere als Sicherheiten vor. Die Tokenisierung von Vermögenswerten verkürzt nicht nur die Transaktionsdauer, sondern umgeht auch die umständlichen traditionellen Methoden der Vermögensumwandlung und -übertragung.
Man kann die Analogie dazu ziehen, dass man bei einem Verkaufsautomaten den Schritt des Umtauschs von Papiergeld in Münzen überspringt, wo Wertmarken ein direkteres und schnelleres Zahlungsmittel darstellen.
Darüber hinaus stellt das Blockchain-basierte Zahlungssystem JPM Coin von JPMorgan einen weiteren Schritt in Richtung der Verschmelzung von traditionellem Finanzwesen und Blockchain-Technologie dar. Mit erweiterten Öffnungszeiten über die üblichen Bankgeschäfte hinaus und höherer Geschwindigkeit ermöglicht JPM Coin Kunden, Zahlungen kurz vor Fälligkeit auszulösen und verdeutlicht so die Echtzeit-Transaktionseffizienz, die die Blockchain im Finanzwesen bietet.
Wie JPMorgan, BlackRock und Barclays gezeigt haben, zeichnet die Kombination traditioneller Finanzanlagen mit den digitalen Möglichkeiten der Blockchain ein vielversprechendes Bild für die digitale Zukunft des Finanzwesens. Diese neue Entwicklung ermöglicht beschleunigte und effiziente Transaktionen und kündigt die breitere Akzeptanz und Integration der Blockchain-Technologie in den regulären Finanzsektor an.
JPMorgan führt erste tokenisierte Live-Abwicklung mit BlackRock und Barclays durch