Die irische Datenschutzkommission (DPC) hat eine grenzüberschreitende Untersuchung gegen Google Ireland Limited wegen Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes eingeleitet.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Verwendung personenbezogener Daten durch das Unternehmen bei der Entwicklung seines Pathways Language Model 2. Die Kommission gab ihre Entscheidung, Googles PaLM2-KI-System zu untersuchen, Pressemitteilung am 12. September.
Ziel der Untersuchung ist es, festzustellen, ob Google seinen Verpflichtungen gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nachgekommen ist. Die DSGVO ist eine zwingende Verpflichtung für die Verarbeitung personenbezogener Daten von EU- und EWR-dentzum Zwecke der Entwicklung von KI-Modellen.
Irland bezweifelt, ob Google die Anforderungen
Hauptmotiv der Untersuchung ist die Beantwortung der Frage, ob Google vor der Verarbeitung personenbezogener Daten für PaLM 2 eine erforderliche Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) durchgeführt hat.
In der Pressemitteilung betonte die DPC die Bedeutung von Datenschutz-Folgenabschätzungen für den Schutz individueller Rechte und Freiheiten, wenn die Datenverarbeitung ein hohes Risiko darstellt.
Ein Sprecher der DPC sagte: „Diese gesetzliche Untersuchung ist Teil der umfassenderen Bemühungen der DPC, die Verarbeitung personenbezogener Daten von EU/EWR-Bürgern bei der Entwicklung von KI-Modellen und -Systemen zu regulieren.“
Google stellte PaLM 2 im Mai 2023 vor. Es handelt sich um ein fortschrittliches Sprachmodell, das laut Herstellerangaben mehrsprachige Fähigkeiten, logisches Denken und Programmierkenntnisse verbessert hat. Das Modell ist in vier Größen für unterschiedliche Anwendungsfälle verfügbar.
Diese Untersuchung ist Teil eines zunehmenden Trends verstärkter Kontrollen der KI-Entwicklungspraktiken von Technologieunternehmen. Erst eine Woche zuvor schloss die DPC eine Untersuchung gegen X ab. Das Unternehmen verpflichtete sich daraufhin, die Verwendung personenbezogener Daten von Nutzern aus der EU und dem EWR für das Training seines KI-Chatbots Grok einzustellen.
X hatte außerdem versprochen, die zwischen dem 7. Mai und dem 1. August gesammelten Daten zu löschen. Darüber hinaus kündigte das Unternehmen an, keine weiteren Daten mehr zum Training von Grok zu sammeln.

