Die Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO), eine bedeutende globale Wertpapieraufsichtsbehörde, hat Maßnahmen ergriffen, um politische Entscheidungsträger bei der effektiven Regulierung von Kryptowährungen zu unterstützen. Am 23. Mai veröffentlichte die Fintech-Taskforce des IOSCO-Vorstands einen Konsultationsbericht mit regulatorischen Empfehlungen zu Kryptowährungen.
IOSCO veröffentlicht ihre Empfehlungen
Der Bericht enthält 18 Handlungsempfehlungen, die Wertpapieraufsichtsbehörden weltweit dabei unterstützen sollen, Bedenken hinsichtlich Marktintegrität und Anlegerschutz im Kryptobereich auszuräumen. Nach einer Konsultationsphase bis Ende Juli werden die Empfehlungen voraussichtlich bis Ende 2023 finalisiert.
Im ersten Kapitel gibt IOSCO eine übergreifende Empfehlung an die Regulierungsbehörden, keine Ungleichbehandlung zwischen der Regulierung von Kryptowährungen und traditionellen Finanzmärkten zu schaffen. Die Organisation schlägt vor, dass Krypto-Regulierungsbehörden regulatorische Ziele anstreben sollten, die mit den Anforderungen traditioneller Finanzmärkte übereinstimmen.
Dieser Ansatz zielt darauf ab, gleiche Wettbewerbsbedingungen für Krypto-Assets und traditionelle Finanzmärkte zu schaffen und gleichzeitig das Risiko regulatorischer Arbitrage zu verringern. Die IOSCO betont die Wichtigkeit einheitlicher Vorgehensweisen ihrer Mitglieder bei der Regulierung und Überwachung von Krypto-Asset-Aktivitäten, da Kryptomärkte grenzüberschreitend agieren und Privatanlegern potenziellen Schaden zufügen können. Sie fordert die Regulierungsbehörden auf, die Anwendbarkeit und Angemessenheit ihrer bestehenden Krypto-Regulierungsrahmen zu überprüfen und zu prüfen, ob diese verschiedene Arten von Krypto-Assets, einschließlich Stablecoins wie Tether, effektiv abdecken.
Die Organisation fordert mehr Transparenz in der Kryptoindustrie
Die 1983 gegründete IOSCO ist ein Verband von Organisationen, die weltweit Wertpapier- und Terminmärkte regulieren. Ihr Vorstand, bestehend aus 35 Wertpapieraufsichtsbehörden aus aller Welt, darunter die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde (SEC) und die Commodity Futures Trading Commission, fungiert als Leitungs- und Standardisierungsgremium für ihre Mitglieder.
Die IOSCO-Mitglieder regulieren gemeinsam über 95 % der weltweiten Wertpapiermärkte. Obwohl die IOSCO ein ausgewogenes Verhältnis zwischen traditionellem Finanzwesen und der Kryptoindustrie anstrebt, wurden einige ihrer Mitglieder wegen mangelnder Transparenz bei der Kryptoregulierung kritisiert.
Der für seine Unterstützung von Kryptowährungen bekannte Kongressabgeordnete Tom Emmer hat SEC-Chef Gary Gensler für dessen seiner Ansicht nach unzureichende Regulierung von Kryptowährungen kritisiert. Emmer wies auf vermeintliche Widersprüche in der SEC-Regulierung hin und vermutete, dass die Behörde dadurch bedeutende Zusammenbrüche im Kryptomarkt übersehen habe.
Insgesamt zielen die Empfehlungen der IOSCO darauf ab, die regulatorische Einheitlichkeit und den Anlegerschutz im globalen Kryptomarkt zu verbessern. Indem die IOSCO Regulierungsbehörden dazu anregt, die Kryptoregulierung an etablierten Finanzmarktprinzipien auszurichten, möchte sie einen robusteren und ausgewogeneren Regulierungsrahmen für die sich entwickelnde Kryptoindustrie schaffen.

