Die Offene Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen (OEWG) zur Sicherheit und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien schloss im vergangenen Monat ihre siebte Sitzung ab. Die Sitzung fand in New York statt. Auf der Tagesordnung standen Vorschläge zur Weiterentwicklung verantwortungsvollen Verhaltens angesichts zunehmender Cyberbedrohungen sowie Initiativen zum Kapazitätsaufbau.
Bekanntlich verändert sich die globale Cybersicherheitslage, und nach Cyberkriminellen sind nun auch staatlich geförderte Cyberangriffedent. Wichtige Infrastrukturen stehen im Fokus dieser Angriffe, da viele Staaten die Bedrohung ihrer Kerninfrastruktur durch Cyberangriffe bereits erkannt haben. Angesichts dieser Entwicklung ist es leicht vorherzusagen, dass sich die Situation zu einer globalen Sicherheitsherausforderung ausweiten kann.

KI im Rampenlicht bei der OEWG
Künstliche Intelligenz wurde als Schlüsseltechnologie hervorgehoben, die wie eine Waffe in den falschen Händen für Cyberangriffe missbraucht werden kann. Ein Delegierter aus Portugal erklärte, KI könne von antagonistischen Akteuren eingesetzt werden, wodurch kriminelle Staaten fortschrittliche Technologien für offensive Zwecke missbrauchen könnten. Die Liste ließe sich fortsetzen und umfasste Cloud Computing, IoT-Geräte (Internet der Dinge) sowie große Sprachmodelle (LLMs), die alle zur Entwicklung gefährlicher Malware für Cyberangriffe genutzt werden können.
Belgien erörterte die Auswirkungen der zunehmenden Anzahl und des Ausmaßes von Cyberangriffen auf die Bevölkerung – die menschlichen Kosten, die wir als Gesellschaft tragen, wenn kritische Infrastrukturen in Mitleidenschaft gezogen werden. Großbritannien schlug vor, Opfer von Cyberangriffen künftig in die Arbeitsgruppen einzubeziehen, während Belgien die Entwicklung von Hilfsprogrammen für Opfer anregte. Südafrika betonte ebenfalls den potenziellen Missbrauch von KI und die Notwendigkeit der Bildung regionaler Gruppen zur Abwehr dieser Bedrohungen.

Konsens über die Kontinuität des Dialogs
Der Vorsitzende der OEWG veröffentlichte ebenfalls ein Papier zu konkreten Maßnahmen. Das Papier fand bei den Delegierten positive Resonanz, wenngleich die Wiederholung der vorgeschlagenen Maßnahmen etwas Kritik hervorrief. Der Cyberspace fällt unter internationales Recht; dies wurde bereits 2013 von den Staaten vereinbart, die Umsetzungsstrategie steht jedoch noch aus.
Das Mandat der OEWG läuft nächstes Jahr, 2025, aus. Daher besteht dringender Bedarf an einem Konsens über die Inhalte des künftigen Dialogs. Russland schlug jedoch eine dauerhafte Verlängerung der OEWG vor, um Regeln und Leitlinien für das Völkerrecht zur Regulierung des Cyberspace vorzuschlagen und umzusetzen. Vor diesem Hintergrund müssen die Staaten eine gemeinsame Interessenbasis finden, um den Dialog fortzusetzen und sich schließlich auf Regeln und Vorschriften zur Eindämmung der Cyberbedrohung .

