Anfang 2024 waren die Verbraucher in Großbritannien noch optimistisch, doch nun sind sie auf ein Hindernis gestoßen: Die Inflationsraten sind nach wie vor sehr hoch. Die neuesten Ergebnisse des Marktforschungsunternehmens GfK zeigen einen Rückgang des Verbrauchervertrauens. Offensichtlich geht es den Briten nicht gut.
Die Zahlen erzählen die Geschichte
Der GfK-Verbrauchervertrauensindex, der misst, wie die Menschen ihre eigenen Finanzen und die Wirtschaftslage einschätzen, fiel von einem milden Wert von minus 19 im Januar auf einen enttäuschenden Wert von minus 21. Der Rückgang beendet eine kurze Phase von drei Monaten stetigen Anstiegs, was darauf hindeutet, dass das kurzlebige Gefühl finanzieller Sicherheit genau das gewesen sein könnte – flüchtig.
Es gibt einige wichtige Gründe für diesen Rückgang. Erstens haben sich die Einschätzungen der Menschen zu ihrer cash Situation im vergangenen Jahr um zwei Prozentpunkte verschlechtert. Gleichzeitig hat sich ihre Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Lage um denselben Betrag verschlechtert. Analysten gehen davon aus, dass die anhaltend hohe Inflationsrate von 4 % im Januar die Hauptursache für diese zunehmende Skepsis ist.
Die Einschätzung der Wirtschaftslage für die nächsten zwölf Monate hat sich ebenfalls verschlechtert und ist um drei Punkte auf minus 24 gesunken. Der Markt erwartet, dass die Bank of England angesichts der im Januar unveränderten Inflation eine härtere Linie verfolgen wird.
Joe Staton von GfK versucht, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen, indem er feststellt, dass die Menschen in Großbritannien trotz des stagnierenden allgemeinen Finanzvertrauensindex weiterhin optimistisch in die Zukunft ihrer persönlichen Finanzen für die nächsten zwölf Monate blicken. Staton betont die Bedeutung dieses Befundes, da eine Familie, die sich ihrer Finanzen sicher ist, eher bereit ist, Geld auszugeben, selbst bei hohen Lebenshaltungskosten.
Eine vergleichende Perspektive
Die Stimmung in Großbritannien trübt sich ein, doch unsere europäischen Nachbarn scheinen auf einem anderen Kurs zu sein. Das Verbrauchervertrauen steigt europaweit deutlich. Dieser Unterschied macht die Lage komplizierter, insbesondere angesichts des Anstiegs der Einzelhandelsumsätze im Januar und des unerwarteten Anstiegs der Wirtschaftstätigkeit in Großbritannien im Februar. Solche Daten deuten normalerweise auf eine Erholung der Wirtschaft hin, doch die gestiegenen Hypothekenzinsen und die Rezession haben die britischen Verbraucher vorsichtig gemacht.
Doch es besteht noch Hoffnung. Ellie Henderson von Investec nennt einige Faktoren, die die Stimmung aufhellen könnten, darunter das erwartete Ende der quantitativen Lockerung, sinkende Sozialversicherungsbeiträge und eintronLohnwachstum. Neue Zahlen des Office for National Statistics (ONS) bieten ein differenziertes Bild der aktuellen in Großbritannien unwahrscheinlichertron.
Insbesondere der Arbeitsmarkt zeichnet ein komplexes Bild. Der jüngste Bericht des ONS zeigt zwar ein verlangsamtes Lohnwachstum, das aber im Vergleich zu früheren Zeiten immer noch hoch ist. Erstmals seit der Krise der Lebenshaltungskosten verzeichneten die Reallöhne wieder ein positives Wachstum. Dies könnte ein Wendepunkt sein.
Wie immer ist die Inflation ein Schlüsselfaktor für das Verständnis der wirtschaftlichen Lage Großbritanniens. Die jährliche Inflationsrate des britischen Verbraucherpreisindex (VPI) blieb im Januar unverändert bei 4 %, obwohl allgemein mit einem Anstieg gerechnet wurde. Dies deutet darauf hin, dass die Preise in den kommenden Monaten sinken könnten. Die weiterhin hohe Inflation im Dienstleistungssektor, ein Indiz für Preisdruck in Großbritannien, lässt jedoch auf latente Inflationsrisiken schließen, die es der Bank of England erschweren könnten, über die Zinssätze zu entscheiden.

