IBM hat eine zentrale Plattform namens IBM Digital Asset Haven auf den Markt gebracht, die für Banken, Regierungen und große Unternehmen entwickelt wurde, um die Verwahrung, den Transfer, die Transaktionsabläufe und die Abwicklung von Kryptowährungen von einem zentralen Ort aus zu verwalten.
Laut einer Pressemitteilung von IBM vom Montag ist die Plattform so konzipiert, dass sie sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren lässt, sodass Institutionen ihre interne Infrastruktur nicht neu aufbauen müssen, um diese Assets in großem Umfang verwalten zu können.
Das Unternehmen entwickelte die Plattform gemeinsam mit dem Anbieter von Infrastruktur für digitale Geldbörsen, Dfns, der angeblich bereits 15 Millionen Geldbörsen für über 250 Kunden erstellt hat. IBM integrierte seine umfassende Infrastruktur und seine Governance-Frameworks mit den Funktionen von Dfns für die Geldbörsen- und Schlüsselverwaltung.
Laut IBM soll diese Kombination sowohl die operative Realität von Krypto-Transaktionen als auch die Kontrollebenen abdecken, die Regulierungsbehörden von Banken und staatlichen Institutionen erwarten.
„Die Alternative ist, dass sie [die Unternehmen] alles selbst entwickeln oder die einzelnen Komponenten selbst zusammensetzen“, sagte Tina Tarquinio, Chief Product Officer für die Geschäftsbereiche IBM Z und LinuxONE, in einem Interview. „Dies ist ein ziemlich umfangreiches Paket, das ihren Vorhaben einen echten Schub geben würde.“
IBM entwickelt Plattform zur Verwaltung und Überwachung von Krypto-Operationen
IBM Digital Asset Haven verfügt über Transaktionslebenszykluskontrollen, die offenbar das Routing, tracvon Asset-Bewegungen und die Abwicklung über mehr als 40 öffentliche und private Blockchains hinweg automatisieren, ohne dass manuell zwischen kettenspezifischen Dashboards gewechselt werden muss.
Laut IBM umfasst die Plattform auch Governance- und Berechtigungsrahmen. Institutionen können defi , wer eine Transaktion initiieren darf, wer sie genehmigen muss und wann eine Mehrparteienautorisierung erforderlich ist.
Diese Kontrollmechanismen sind für Organisationen konzipiert, die bereits interne Regeln zur Funktionstrennung anwenden. Anstatt Ausnahmen für Kryptowährungen zu schaffen, wendet IBM Digital Asset Haven dieselben Kontrollmechanismen direkt auf den Wallet-Zugriff und die Transaktionsgenehmigung an.
Integrierte Dienste zurdent, zur Überprüfung von Finanzkriminalität und zu renditebezogenen Funktionen sind bereits in die Plattform eingebunden. Weitere Tools können über REST-APIs, SDKs und Entwicklungs-Toolkits angebunden werden.
IBM erwartet von Partnern und internen Entwicklern, dass sie auf der Plattform aufbauen, anstatt vordefinierte Arbeitsabläufe aufzuzwingen, die nicht zu den bestehenden Arbeitsweisen der Institutionen passen, so die Pressemitteilung.
Die Sicherheit basiert auf der eigenen Infrastruktur von IBM. Die Plattform unterstützt Multi-Party Computation (MPC)-Signierung und Hardware Security Module (HSM)-Signierung mithilfe von IBM Crypto Express 8S-Hardware innerhalb von IBM Z- und LinuxONE-Systemen.
Für Institutionen, die auf Offline-Speicherung angewiesen sind, umfasst die Plattform den IBM Offline Signing Orchestrator (IBM OSO), der die Offline-Speicherung von Schlüsseln in Umgebungen mit unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen ermöglicht. IBM bietet zudem Leitlinien für quantensichere Kryptografie an, um Institutionen auf mögliche Bedrohungen durch die zunehmende Leistungsfähigkeit von Quantencomputern vorzubereiten.
IBM Digital Asset Haven wird im vierten Quartal 2025 als SaaS-Lösung angeboten, im selben Quartal folgt eine Hybrid-SaaS-Version für Institutionen, die LinuxONE oder IBM Z nutzen. Eine On-Premises-Bereitstellung ist für das zweite Quartal 2026 geplant.

