NEUESTE NACHRICHTEN
FÜR SIE AUSGEWÄHLT

Europa lehnt Netzwerkgebühren für Technologiekonzerne ab

VonJai HamidJai Hamid
2 Minuten Lesezeit
Europa kämpft mit anhaltenden Bankensorgen

Europa kämpft mit anhaltenden Bankensorgen

  • Eine Mehrheit der europäischen Länder hat einen Vorschlag großer Telekommunikationsunternehmen abgelehnt, Technologiekonzerne wie Google mit einer Netzwerkgebühr zu belasten, um den Ausbau von 5G und Breitband in Europa zu finanzieren.
  • Die Telekommunikationsminister aus 18 Ländern äußerten Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen der Abgabe, darunter zusätzliche Kosten, die an die Verbraucher weitergegeben werden, und ein Verstoß gegen die EU-Regeln zur „Netzneutralität“.
  • Tech-Giganten wie Google, Apple, Meta Platforms, Netflix, Amazon und Microsoft lehnten die Abgabe ab und argumentierten, dass sie bereits substanziell in das digitale Ökosystem investieren.

Der Vorschlag, Technologiekonzerne mit einer Netzwerkgebühr zu belasten, wurde von der Mehrheit der europäischen Länder abgelehnt, da sie sich gegen die Idee aussprechen, führenden Technologieunternehmen eine zusätzliche finanzielle Belastung aufzuerlegen.

Dieser Antrag, der von prominenten Telekommunikationsbetreibern in Europa unterstützt wird, plädiert für die Erhebung einer Gebühr von Unternehmen wie Google , um den Ausbau von Breitband und 5G in der gesamten Region zu erleichtern.

Die Haltung der Opposition

Bei einem Treffen in Luxemburg mit dem EU-Industriekommissar Thierry Breton äußerten 18 Telekommunikationsminister der Union ihre Ablehnung des Vorschlags oder forderten eine umfassende Studie über dessen Notwendigkeit und Auswirkungen.

Dies spiegelte die Haltung von BEREC, der EU-Regulierungsbehörde für Telekommunikation, wider, die im vergangenen Monat ihre Bedenken geäußert hatte. Zu den Telekommunikationsriesen, die diese Änderung vorantreiben, gehören die Deutsche Telekom, Orange, Telefónica und Telecom Italia.

Sie sind der Ansicht, dass große Technologieunternehmen aufgrund ihres erheblichen Beitrags zum Netzwerkverkehr durch Daten und Inhalte einen Teil der Netzwerkkosten tragen sollten. Diese Ansicht fand in Breton, dem ehemaligen CEO von France Telecom und des IT-Beratungsunternehmens Atos, einen Verfechter.

Die Technologiekonzerne Alphabet (Googles Mutterkonzern), Apple, Meta Platforms (Facebooks Mutterkonzern), Netflix, Amazon und Microsoft wiesen diesen Vorschlag jedoch zurück. Sie argumentieren, dass sie bereits erhebliche Investitionen in das digitale Ökosystem tätigen, wodurch zusätzliche Gebühren überflüssig würden.

Ängste und Sorgen

Die europäischen Telekommunikationsminister, die sich gegen die Abgabe aussprachen, wiesen auf mehrere potenzielle Probleme hin. Sie äußerten Bedenken hinsichtlich fehlender Forschung zu den Auswirkungen einer Netzabgabe, ausbleibender Investitionen und der Möglichkeit, dass die Technologiekonzerne die Mehrkosten an die Verbraucher weitergeben könnten.

Sie warnten zudem vor möglichen Verstößen gegen die EU-Grundsätze der Netzneutralität, die eine Gleichbehandlung aller Nutzer fordern. Darüber hinaus wiesen sie auf mögliche Innovationshemmnisse und eine Verschlechterung der Produktqualität hin.

Zur Opposition gehören Österreich, Belgien, Tschechien, Dänemark, Finnland, Deutschland, Irland, Litauen, Malta und die Niederlande.

Allerdings sind nicht alle EU-Mitgliedstaaten gegen die vorgeschlagene Abgabe. Frankreich, Griechenland, Ungarn, Italien, Spanien und Zypern gehören zu den zehn Ländern, die die Idee unterstützen.

Rechtliche und legislative Hürden

Breton wird bis Ende Juni einen Bericht veröffentlichen, der das Feedback von Technologiekonzernen, Telekommunikationsanbietern und anderen Beteiligten zusammenfasst. Dieser Bericht wird die weiteren Maßnahmen maßgeblich beeinflussen.

Allerdings bedarf jeder Gesetzesvorschlag der Verhandlung und Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten und der EU-Gesetzgeber, um in Kraft zu treten. Da die Union in dieser Frage weiterhin gespalten ist, erscheint die Umsetzung dieses Vorschlags in ein Gesetz als eine Herkulesaufgabe.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Vorschlag, Technologiekonzernen eine Netzwerkgebühr zur Finanzierung des 5G- und Breitbandausbaus in Europa aufzuerlegen, auf erheblichen Widerstand stößt.

Angesichts der Bedenken, die von finanziellen Auswirkungen auf die Verbraucher bis hin zu potenziellen Verstößen gegen die Netzneutralitätsgrundsätze reichen, erscheint der Weg zu einem Konsens schwierig, was die Komplexität der Regulierung digitaler Technologien auf kontinentaler Ebene unterstreicht.

Die klügsten Köpfe der Krypto-Szene lesen bereits unseren Newsletter. Möchten Sie auch dabei sein? Dann schließen Sie sich ihnen an.

Diesen Artikel teilen

Haftungsausschluss: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Anlageberatung dar. Cryptopolitanübernimmt keine Haftung für Investitionen, die auf Grundlage der Informationen auf dieser Seite getätigt werden. Wirtronempfehlen dringend, vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchzuführendent /oder einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren

Jai Hamid

Jai Hamid

Jai Hamid berichtet seit sechs Jahren über Kryptowährungen, Aktienmärkte, Technologie, die Weltwirtschaft und geopolitische Ereignisse mit Markteinfluss. Sie hat für Blockchain-Fachpublikationen wie AMB Crypto, Coin Edition und CryptoTale Marktanalysen, Berichte über große Unternehmen, Regulierungen und makroökonomische Trends verfasst. Sie absolvierte die London School of Journalism und präsentierte ihre Kryptomarkt-Analysen bereits dreimal in einem der führenden afrikanischen Fernsehsender.

MEHR … NACHRICHTEN