Um die Interessen lokaler Investoren zu schützen und die Einhaltung des Rahmenwerks „Märkte für Krypto-Assets“ (MiCA) zu gewährleisten, hat die Europäische Union (EU) Pläne angekündigt, ihre Vorschriften für Krypto-Unternehmen, die außerhalb des Blocks tätig sind, zu verschärfen.
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat eine Reihe neuer Vorschläge vorgestellt, die sich an Krypto-Asset-Unternehmen richten, die Dienstleistungen direkt für EU-Kunden anbieten möchten, ohne eine physische Präsenz innerhalb der EU aufzubauen.
Strengere EU-Aufsicht für Krypto-Firmen aus Drittländern
Gemäß den vorgeschlagenen Regelungen werden Krypto-Unternehmen aus Drittländern strengeren Beschränkungen beim Zugang zu EU-Kunden unterliegen. Zwar haben EU-Kunden weiterhin die Möglichkeit, mit Krypto-Unternehmen aus Drittländern zusammenzuarbeiten, es gibt jedoch eine wichtige Ausnahme: Die Drittländer dürfen nicht zur Erbringung von Krypto-Asset-Service-Provider-Dienstleistungen (CASP-Dienstleistungen) innerhalb der Europäischen Union berechtigt sein.
Der Vorschlag der ESMA führt das Konzept der „umgekehrten Kundenansprache“ ein. Dies bedeutet, dass ein in der EU ansässiger Kunde, der von sich aus Kontakt mit einem Kryptounternehmen aus einem Drittland aufnimmt und dessen Dienstleistungen ausdrücklich anfordert, diese auch erbringen kann.
Diese Ausnahmeregelung ist jedoch an eine entscheidende Bedingung geknüpft: Dem Drittlandunternehmen ist es untersagt, dem Kunden über die ursprünglich angeforderte Dienstleistung hinaus weitere Krypto-Assets oder -Dienstleistungen anzubieten, selbst wenn diese vom gleichen Typ sind.
Die Bedeutung der „umgekehrten Kundenansprache“
„Umgekehrte Anwerbung“ ist ein Konzept, das in anderen EU-Finanzgesetzen verankert ist, um Druck auf Drittlandunternehmen auszuüben, damit diese eine Zweigniederlassung oder Tochtergesellschaft in der EU gründen. Dieser Ansatz zielt darauf ab, sicherzustellen, dass diese Unternehmen im Rahmen der EU-Regulierung agieren, wodurch der Schutz lokaler Anleger verbessert und die Einhaltung der MiCA-Leitlinien gewährleistet wird.
Die vorgeschlagenen Regelungen liegen derzeit zur öffentlichen Konsultation aus, sodass Interessengruppen und Branchenteilnehmer bis Ende April Feedback geben können.
Im Anschluss an diese Konsultationsphase die ESMA Leitlinien zu Aufsichtspraktiken veröffentlichen, um Versuche zur Umgehung der vorgeschlagenen Regelung aufzudecken und zu verhindern. Diese Leitlinien werden voraussichtlich eine entscheidende Rolle bei der Durchsetzung der neuen Regeln und der Wahrung der Integrität des EU-Kryptomarktes spielen.

