Die niederländische Zentralbank, De Nederlandsche Bank (DNB), möchte zum Testfeld für den digitalen Euro werden.
Die Bank veröffentlichte einen 45-seitigen Bericht, in dem sie erklärte, bereit zu sein, eine führende Rolle bei der Forschung und Entwicklung einer eigenen und einer europaweiten digitalen Währung zu spielen.
Digitaler Euro
Ein digitaler Dollar soll grenzüberschreitende Zahlungen für alle teilnehmenden europäischen Staaten beschleunigen und verbilligen. Laut Bericht eignen sich die Niederlande als Testgebiet für das Projekt des digitalen Euro.
Libra war zwar nicht das Hauptziel des Berichts, wurde aber von der DNB als potenzielle Bedrohung für die globale Währungsstabilität erwähnt. Der Bericht führte weiter aus, dass Libra der Hauptgrund dafür sei, dass die DNB und zahlreiche andere Zentralbanken die Ausgabe einer eigenen digitalen Währung erwägen.
Bedarf an digitalem Geld
Der Bericht erörterte auch die Notwendigkeit digitaler Währungen. Er stellte fest, dass die Verwendung von physischem Geld wie Banknoten und Münzen in den Niederlanden rückläufig ist. Aktuell erfolgen fast zwei Drittel aller Zahlungen digital.
Die Pandemie hat ein weiteres Argument für digitale Währungen geliefert. Da COVID-19 weltweit zur Schließung von Unternehmen geführt hat, vermeiden die verbliebenen Betriebe cash. Viele Händler bitten ihre Kunden ausdrücklich, nicht cashzu bezahlen.
Obwohl die Niederlande in den Wettlauf um eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) eingestiegen sind, sind sie weder das einzige noch das erste Land, das eine solche Währung erforscht. China war das erste Land, das seine CBDC ankündigte und bereits mehrere Pilotprojekte durchgeführt hat. Die chinesische Zentralbank veröffentlichte am 4. April eine Erklärung, in der sie bekräftigte, dass die Entwicklung der CBDC weiterhin höchste Priorität habe.
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