Frankreich erlebt einen bedeutenden Wandel in seiner Anlagelandschaft: Kryptowährungen sind mittlerweile die zweitbeliebteste Anlageklasse unter den Erwachsenen. Dieser bemerkenswerte Trend wurde in einer aktuellen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aufgedeckt und von der französischen Finanzmarktaufsicht (Autorité des Marchés Financiers) veröffentlicht. Die am 13. November publizierten Ergebnisse zeigen, dass 9,4 % der französischen Erwachsenen Krypto-Assets besitzen. Damit liegen sie dicht hinter Immobilienfonds, deren Anteil mit 10,7 % etwas höher liegt.
Das wachsende Interesse an Kryptowährungen ist besonders ausgeprägt bei einer Gruppe, die als „neue Anleger“ bezeichnet wird und die nach Beginn der COVID-19-Pandemie im März 2020 mit dem Investieren begann. Diese Gruppe besteht zu 64 % aus Männern und ist mit einem Durchschnittsalter von 36 Jahren deutlich jünger als die traditionellen Anleger mit einem Durchschnittsalter von 51 Jahren. 54 % dieser neuen Anleger investieren in Krypto-Assets, was auf generationsbedingte Unterschiede in den Anlagepräferenzen hinweist.
Finanzkompetenz und Anlagetrends
Die Umfrage, an der 1.056dentteilnahmen und die im Frühjahr 2023 in 40 ausführlichen Interviews durchgeführt wurde, beleuchtet auch den Stand der Finanzkompetenz verschiedener Anlegergruppen. Die jüngsten Anleger, insbesondere die 18- bis 24-Jährigen, wiesen vergleichsweise geringere Finanzkenntnisse auf und missverstanden häufig grundlegende Anlagestrategien. Dieses Ergebnis unterstreicht die Bedeutung verbesserter Finanzbildung, insbesondere für jüngere Anleger, die sich zunehmend digitalen Vermögenswerten zuwenden.
Neben Kryptowährungen zeigt die Umfrage, dass 2,8 % der Befragten Non-Fungible Tokens (NFTs) besitzen, was ein breiteres Interesse an diversen digitalen Vermögenswerten belegt. Insgesamt sind 24 % der Erwachsenen in Frankreich in Finanzanlagen investiert, wobei über 12 % der Neueinsteiger erst nach 2020 in den Markt eingestiegen sind.
Investitionsfehler begleiten die Popularität von Kryptowährungen in Frankreich
Laut dem Bericht geht die steigende Beliebtheit von Krypto-Assets bei neuen Anlegern in Frankreich mit einer höheren Fehlerquote bei Investitionen einher als bei traditionellen Anlegern. Dies unterstreicht jedoch die dringende Notwendigkeit von Finanzkompetenz und fundierten Anlagepraktiken, insbesondere in einem sich rasant entwickelnden Markt. Die Umfrageergebnisse zeigen zudem, dass ein erheblicher Teil der Anleger von Diversifizierung motiviert ist: 35 % investieren in verschiedene Anlageklassen, während 28 % von Gewinnaussichten geleitet werden.
Angesichts dieser Entwicklungen setzen sich die französischen Finanzbehörden für einen gut regulierten Sektor für digitale Vermögenswerte ein. Dieser Ansatz zielt darauf ab, Anleger zu schützen, Transparenz zu fördern und gleichzeitig grenzüberschreitende Zahlungen zu erleichtern. Eine zweite Publikation, die in Zusammenarbeit mit der Banque de France entsteht und 2024 erscheinen soll, wird sich zudem mit Strategien zur Finanzbildung für neue Privatanleger befassen – ein entscheidender Schritt, um sich an die veränderten Dynamiken der Anlagewelt anzupassen.
Kryptowährung steigt laut einer Umfrage zur zweitbeliebtesten Anlageform in Frankreich auf