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Kryptowährungen haben ein Zentralisierungsproblem

In diesem Beitrag:

  • Kryptowährungen geben vor, dezentralisiert zu sein, doch viele Projekte wie Stablecoins und Telegram sind voller zentralisierter Kontrollmechanismen und Hintertüren.
  • Tether und USDC können Transaktionen einfrieren oder rückgängig machen, was zeigt, dass auch hinter „Kryptowährungen“ zentralisierte Machtstrukturen stehen.
  • Telegram ist nicht standardmäßig wirklich verschlüsselt, und die Datenschutzfunktionen sind versteckt, wodurch es weniger sicher ist, als sein Ruf vermuten lässt.

Die Kryptowelt steckt voller Widersprüche, und Zentralisierung ist einer der größten. Man braucht sich nur Telegram anzusehen, das trotz seines Rufs genauso zentralisiert ist wie alle anderen. 

Die Verhaftung von Telegram-Chef Pavel Durov am Wochenende in Frankreich hat diesen Widerspruch deutlich vor Augen geführt. Für ein Unternehmen, das angeblich den anarcho-cypherpunkischen Ethos verkörpert, ist es erstaunlich eng mit zentralisierter Kontrolle verflochten.

Technisch gesehen ist Kryptowährung binär – entweder man besitzt den privaten Schlüssel oder nicht. Es gibt keinen Mittelweg. Doch bei zentralisierten Stablecoins wie Tether oder USDC wird die Sache komplizierter. 

Tether hat beispielsweise Hintertüren in seine Ethereum und Tron Smart-traceingebaut, wodurch sein Team die Macht erhält, Transaktionen einzufrieren, zu zerstören, auf die schwarze Liste zu setzen und sogar rückgängig zu machen. 

Tether nutzt diese Befugnisse ständig, oft auf Anfrage von Strafverfolgungsbehörden oder manchmal auch auf einen Tweet. Circle, das Unternehmen hinter USDC, verfügt zwar nicht über ganz so viele Möglichkeiten, kann aber dennoch Kontostände einfrieren, wenn die Behörden anklopfen. 

Soviel zum Thema Dezentralisierung, nicht wahr?

Das Vertrauen in Kryptowährungen ist zerbrechlicher, als Sie denken

Die Blockchain selbst mag zwartronund zensurresistent sein, doch viele Projekte in diesem Bereich erfüllen diesen hohen Standard der Dezentralisierung nicht vollständig. Man denke nur an den Spruch „Vertrauen ist besser als Nachprüfen“. Es ist schwer, diesen Grundsatz in die Praxis umzusetzen, insbesondere im sozialen Bereich der Kryptowelt. 

Wenn es um Menschen geht, ist Vertrauen immer etwas wackelig. Multi-Signatur-Wallets (Multi-Sigs), dezentrale autonome Organisationen (DAOs), Stiftungen und Schlüsselverbrennungszeremonien sollen diese Vertrauenslücke schließen. 

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Aber seien wir ehrlich – in diesen Systemen steckt immer noch ein enormes Maß an Vertrauen. Man schaue sich nur Layer-2-Netzwerke wie Optimism und Arbitrum an.

Die Nutzer müssen darauf vertrauen können, dass die Unterzeichner ihrer Multi-Signatur-Wallets sich nicht zusammentun, um ein dubiosestrac-Upgrade durchzusetzen, das zu einer Veruntreuung oder Manipulation von Nutzergeldern führen könnte. 

Es geht um 39 Milliarden Dollar an Kundengeldern, die auf dem Spiel stehen. Das ist eine große Wette auf menschliche Ehrlichkeit und Kompetenz. Und dann ist da noch Telegram. Im Einklang mit dem Geist von Kryptowährungen, aber so zentralisiert, dass Vertrauen unausweichlich ist.

Aber wir sollten nicht so tun, als sei Verschlüsselung hier die alleinige Lösung. Spielt die Standardverschlüsselung überhaupt eine Rolle? Für viele Menschen nicht. 

Viele Telegram-Nutzer sind gar nicht wegen der verschlüsselten Nachrichtenfunktion dort. Sie nutzen Telegram eher als soziales Netzwerk denn als privaten Messenger.

Verschlüsselung hin oder her, spielt das eine Rolle?

Der Reiz von Telegram liegt in den Funktionen, die es zu einem hybriden sozialen Netzwerk machen. Nehmen wir zum Beispiel die „Kanäle“. Diese funktionieren wie öffentliche Rundfunknetze, über die ein einzelner Nutzer – oder wenige – Nachrichten an Millionen von Menschen senden können. 

Wenn man Tausende von Fremden anspricht, hat Datenschutz nicht unbedingt oberste Priorität. Dann gibt es noch die riesigen Gruppenchats, in denen Tausende von Menschen zusammenkommen können, entweder öffentlich oder nur auf Einladung. In diesen Fällen spielt Verschlüsselung keine Rolle, da kein Datenschutz erwartet wird.

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Nehmen wir an, Sie verlassen einen öffentlichen Gruppenchat, um sich mit ein paar Freunden in einem privateren Gespräch zu unterhalten. Man könnte meinen, dass dies mehr Sicherheit verdient, oder? 

Bei Telegram funktioniert das jedoch nicht, es sei denn, man aktiviert manuell die Funktion „Geheimer Chat“, die in mehreren Menüebenen versteckt ist und nicht einmal verfügbar ist, wenn die andere Person offline ist. So viel zum Thema nahtlose private Nachrichtenübermittlung.

Dann stellt sich die Frage nach dem Datenschutz für diejenigen, die Telegram aufgrund seiner sozialen Funktionen nutzen. Man ist möglicherweise nur auf Telegram, um Inhalte zu konsumieren, nicht um sie zu erstellen. 

Sobald dir aber jemand eine private Nachricht schickt, kommen Datenschutzbedenken wieder ins Spiel. Wirst du wirklich in den Einstellungen nach der Option „Geheimer Chat“ suchen, nur um die Telegram-Server zu umgehen? Wohl kaum.

Es gibt die Vorstellung, Pavel sei ein Verfechter der Meinungsfreiheit, der sich dem Druck von „der Matrix“ oder anderen widersetzt. Doch selbst wenn Pavel in einigen Fragen standhaft geblieben ist, ist die Plattform selbst alles andere als eine Bastion der Dezentralisierung. 

Für ein Unternehmen mit 900 Millionen Nutzern und Unmengen sensibler Daten ist Vertrauen nach wie vor entscheidend. Und Vertrauen ist ein fragiles Gut in einer Welt, die eigentlich auf Code und nicht auf Menschen basieren sollte.

Es ist an der Zeit, den Begriff der Dezentralisierung auf allen Ebenen dieser Branche neu zu überdenken. Wenn man sich die aktuelle Struktur von Telegram ansieht, sind wir von diesem Ideal noch weit entfernt.

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