Mitglieder der Krypto-Community äußern Bedenken hinsichtlich der scheinbaren Widersprüchlichkeit in Gary Genslers Ansichten zu Kryptowährungen. Ein Video einer Vorlesung aus dem Jahr 2018 ist aufgetaucht, in der der damalige Vorsitzende der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) erklärte, Kryptowährungen seien Rohstoffen oder cash ähnlich und sollten nicht als Wertpapiere betrachtet werden. Zu dieser Zeit war Gensler Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und unterrichtete im Herbstsemester einen Kurs mit dem Titel „Blockchain und Geld“.
Genslers Stellungnahmen zu Initial Coin Offerings (ICOs)
In dem Video sprach Gensler über Initial Coin Offerings (ICOs) und erklärte, dass „drei Viertel des Marktes keine ICOs oder das sind, was man als Wertpapiere bezeichnen würde“. Er nannte die Vereinigten Staaten, Kanada und Taiwan als Jurisdiktionen, die etwas anwenden, das dem Howey-Test ähnelt.
Gensler bezeichnete Kryptowährungen daraufhin als Nicht-Wertpapiere und setzte sie mit Rohstoffen oder cashgleich. Obwohl er kurz erwähnte, dass ICOs eine Debatte über die Wertpapierklassifizierung auslösen könnten, kam er zu dem Schluss, dass „drei Viertel des Marktes rechtlich nicht besonders relevant sind“
Die Krypto-Community reagiert auf frühere Aussagen von Gensler
Genslers frühere Äußerungen haben viele in der Krypto-Community überrascht. Coinbase-CEO Brian Armstrongtroneinem auf Tweet an seine 658.900 Follower die potenziellen Folgen von Betrug.
Der folgende Ausschnitt stammt aus einem MIT-Masterkurs im Herbst 2018 mit dem Titel „Blockchain und Geld“.
— zk-🦈 (@ZK_shark) 25. April 2023
Gary Gensler, der damalige Präsidentdent SEC.
Die Heuchelei spricht für sich 🐀
„Wir wissen also bereits, dass in den USA und vielen anderen Ländern drei Viertel des Marktes… pic.twitter.com/rjRWeq5P8X
Farokh Sarmad, Gründer des Web3-Podcasts Rug Radio, bezeichnete Gensler in einem Tweet als „ekelhaft“, während ein Systemingenieur namens „JD“ vom SEC-Vorsitzenden eine Erklärung für den Meinungswechsel forderte.
Manche Juristen, wie beispielsweise Preston Byrne, argumentierten, dass Genslers Rolle als Professor und als Strafverfolgungsbeamter unterschiedliche Funktionen darstellten, was impliziert, dass sich seine Ansichten möglicherweise weiterentwickelt haben.
Wenn ich mit Mandanten über solche Dinge spreche, gibt es drei Antworten: Meine Einschätzung des geltenden Rechts, meine Einschätzung der Auslegung durch die Strafverfolgungsbehörden und die Frage, wie das Recht lauten sollte. Aufgrund seiner Position kann er derzeit nur eine dieser Antworten geben. https://t.co/6r0eoNIcPI
— Preston Byrne (@prestonjbyrne) 26. April 2023
Der Blockchain-Technologieexperte Jonathan Schmalfeld widersprach diesem Argument jedoch und behauptete, dass sich Genslers Interpretation des Howey-Tests aufgrund seiner Position nicht ändern sollte.
Byrne stellte daraufhin klar, dass es bei der Besprechung dieses Themas mit Mandanten drei Antworten gibt: Was das Gesetz besagt, wie es von den Vollstreckungsbeamten ausgelegt wird und wie das Gesetz lauten sollte. Er betonte, dass Genslers aktuelle Position ihn darauf beschränkt, nur eine dieser Antworten zu geben.
Die Krypto-Community hinterfragt Gary Genslers Haltung zu Kryptowährungen