Coinbase verzeichnete im ersten Quartal einen Nettoverlust von 79 Millionen US-Dollar und damit das fünfte Quartal in Folge mit negativem Nettoergebnis. Im Vergleich zu den Verlusten im Jahr 2022 stellt dies jedoch eine deutliche Verbesserung dar. Die führende Kryptobörse konnte im ersten Quartal 2023 einen Anstieg der Nettoeinnahmen um 22 % und einen Rückgang der gesamten Betriebskosten um 24 % verzeichnen.
Laut einem Aktionärsbrief bezeichnete Coinbase das erste Quartal als einen „Wendepunkt“ auf dem Weg zu einem effizienteren und finanziell disziplinierteren Unternehmen.
Trotz eines stagnierenden Handelsvolumens von 145 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal 2023 lag dieses deutlich unter den 309 Milliarden US-Dollar des ersten Quartals 2022. Die Coinbase-Aktie schloss bei 49,22 US-Dollar, ein Plus von 1,5 % im Tagesverlauf; im nachbörslichen Handel stieg der Kurs um 3 %.
Regulatorische Herausforderungen und Zukunftsaussichten
Coinbase sieht sich anhaltender regulatorischer Unsicherheit ausgesetzt, nachdem die SEC im März eine sogenannte Wells Notice wegen mutmaßlicher Wertpapierverstöße an das Unternehmen gerichtet hat. Dennoch plant Coinbase, sich energisch zu verteidigen und sieht die Situation als Chance, sich für klarere Krypto-Regulierungen in den USA einzusetzen.
Die Ergebnisse von Coinbase im ersten Quartal folgen auf die Herabstufung der Aktie durch einen Citigroup-Analysten Anfang der Woche. Einige Branchenexperten glauben jedoch, dass Coinbases Haltung gegenüber der SEC langfristig sowohl der Börse als auch der gesamten Branche zugutekommen könnte.
Owen Lau, Geschäftsführer von Oppenheimer Co., äußerte die Vermutung, dass der Aktienkurs von Coinbase steigen könnte, sollte das bereinigte EBITDA des Unternehmens positiv ausfallen. Im ersten Quartal erreichte das bereinigte EBITDA 284 Millionen US-Dollar, eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Verlust von 371 Millionen US-Dollar im Jahr 2022.
Coinbase bleibt optimistisch und erklärt in seinem Aktionärsbrief , dass es für das Gesamtjahr 2023 ein bereinigtes EBITDA gegenüber 2022 anstrebt.
Coinbase hat seine Pläne zur Übernahme von FTX Europe, die ursprünglich der Expansion in den europäischen Derivatemarkt diente, offiziell gestoppt. Die Entscheidung fiel angesichts des starken Wettbewerbs, da auch andere Unternehmen wie Crypto.com Interesse an FTX Europe zeigten und Coinbase mit sinkenden Gebühreneinnahmen zu kämpfen hat. Obwohl die Übernahme von FTX Europe nun vom Tisch ist, bleibt Coinbase trotz regulatorischer Herausforderungen weiterhin offen für andere strategische Akquisitionen und Partnerschaften.