Coinbase hat in seinem Bericht „2026 Crypto Market Outlook“ seine Prognosen für das kommende Jahr veröffentlicht, und die Vorhersagen sind nicht so übertrieben optimistisch wie die anderer Marktteilnehmer.
Der Bericht von Coinbase vergleicht das aktuelle Marktumfeld eher mit dem Technologieboom Mitte der 1990er Jahre als mit der Spekulationswelle von 1999.
Andere Branchenakteure wie Bitwise haben vorhergesagt, dass Bitcoin seinen traditionellen Vierjahreszyklus durchbrechen und neue Allzeithochs erreichen wird, während JPMorgan unter bestimmten Bedingungen ein Kursziel von 170.000 US-Dollar für die digitale Währung festgelegt hat.
Bernstein prognostizierte in seiner eigenen Analyse, dass Bitcoin bis Anfang 2026 wahrscheinlich die Marke von 200.000 US-Dollar erreichen wird.
Was erwartet Coinbase von Kryptowährungen im Jahr 2026?
Laut Coinbase haben bahnbrechende regulatorische Fortschritte der Trump-Administration in den Jahren 2024 und 2025 die Einführung neuer Spot-Krypto-ETFs bzw. den GENIUS Act ermöglicht.
Rahmenwerke wie der GENIUS Act , der klare Regeln für Stablecoins festlegt, haben Institutionen das nötige Vertrauen gegeben, um Kapital in Kryptowährungen zu investieren.
Coinbase geht davon aus, dass sich dieser Trend bis 2026 fortsetzen wird, sobald Gesetze zur Marktstruktur wie der CLARITY Act verabschiedet sind. Dies wird es Unternehmen erleichtern, Risiken zu managen und Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Gesetzgeber erwarten bereits eine Lösung im Januar 2026.
Auch bei digitalen Vermögensverwaltungsgesellschaften (DATs), die ihren Käuferkreis bis 2025 ausgebaut haben, kam es in letzter Zeit zu einer Konsolidierung aufgrund von Wertsteigerungen.
Coinbase erwartet von Unternehmen mehr als nur die Anhäufung digitaler Vermögenswerte in einem sogenannten „DAT 2.0“-Rahmen, in dem sie sich auf professionellen Handel, Verwahrung und die Beschaffung von souveränem Blockraum spezialisieren.
Das Geld liegt in der Innovation.
Der Bericht von Coinbasedentaußerdem mehrere technologische Transformationen, die die Kryptolandschaft im Jahr 2026 verändern könnten.
Eine der optimistischen Prognosen ist ein Szenario, in dem Datenschutzfunktionen an Bedeutung gewinnen, insbesondere bei institutionellen Nutzern, die mehr Kontrolle unddentfordern. In diesem Fall könnten sich andere Kryptowährungen Zcashanschließen, einem der ersten, der 2025 von Datenschutzmaßnahmen profitiert.
Auch andere Blockchains, wie beispielsweise Ethereum, arbeiten an Datenschutzfunktionen. Darüber hinaus dürften Zero-Knowledge-Beweise, vollständig homomorphe Verschlüsselung und die Konvergenz von künstlicher Intelligenz und Kryptographie an tracgewinnen.
Coinbase geht außerdem davon aus, dass vermehrt Blockchains speziell für einzelne Anwendungsfälle entwickelt werden. DeFi Plattformen werden voraussichtlich auch KI-gestützte Risikomanagement-Tools integrieren, während sich Perpetual Futures von isolierten Hebelprodukten zu zentralen DeFi Bausteinen entwickeln, die in Kredit- und Hedging-Protokolle integriert sind.
Coinbase prognostiziert, dass Stablecoins ihre führende Position als wichtigster Anwendungsfall für Kryptowährungen behaupten werden. Laut den Prognosen könnte die Marktkapitalisierung von Stablecoins bis Ende 2028 1,2 Billionen US-Dollar erreichen, angetrieben durch das Wachstum bei grenzüberschreitenden Zahlungsabwicklungen, Geldtransfers und Gehaltsabrechnungsplattformen.
Wird 2026 ein besseres Jahr für Bitcoin?
Der Bericht stellt fest, dass sich dank der rasanten Zunahme von Plattformen wie Polymarket neue Chancen auf den Prognosemärkten ergeben.
Tokenisierte Aktien stellen ein weiteres Segment mit überzeugenden Wachstumsaussichten dar und bieten Beleihungsauslaufverhältnisse DeFiStil, die die traditionellen Margin-Rahmenwerke deutlich übertreffen.
Trotz der Entwicklungen und des Marktpotenzials bestehen jedoch weiterhin Risiken, da das offene Interesse an Bitcoinzurückgegangen ist.
Angesichts des aktuellen Bitcoin Kurses von rund 88.000 US-Dollar ist der verhaltene Optimismus von Coinbase verständlich, da die Einschätzung auf einer Analyse der makroökonomischen Lage beruht. Ob die von anderen Marktteilnehmern prognostizierte Rallye tatsächlich eintritt, wird sich erst mit dem erneuten Interesse an der größten Kryptowährung allgemein zeigen.

