Mit einem gewagten Schritt, der China in direkte Konkurrenz zu Unternehmen wie SpaceX' Starlink um die Kontrolle des Internetzugangs aus dem Weltraum bringt, hat China bei der Internationalen Fernmeldeunion Unterlagen eingereicht, in denen es um die Bereitstellung von Platz für über 200.000 Satelliten bittet.
Shanghai Securities News berichtet, dass die Dokumente letzten Monat bei der ITU eingereicht wurden. Der Antrag umfasst Funkfrequenzen und Orbitalpositionen für eines der größten Satellitenprojekte aller Zeiten. Experten der Raumfahrtindustrie werten den Umfang des Antrags als Indiz dafür, dass China dem satellitengestützten Internet höchste nationale Priorität einräumt.
Die Anfrage garantiert nicht, dass jeder dieser Satelliten gestartet wird. Alles muss von der ITU geprüft werden, und die Nationen müssen in diesen Angelegenheiten zusammenarbeiten. Chinas Ziele sind jedoch klar: Es strebt einen beträchtlichen Anteil am Markt für Satelliten in der erdnahen Umlaufbahn an.
Neues Institut übernimmt die Führung
Eine neue Gruppe namens Radio Innovation Institute übernimmt die Führung. Das Institut wurde am 30. Dezember 2025 im neuen Stadtbezirk Xiong’an offiziell gegründet. Es wird von der Regierung unterstützt und konzentriert sich auf Funktechnologie.
Sieben Gruppen schlossen sich zur Gründung dieses Instituts zusammen. Das Staatliche Funküberwachungszentrum gehört zu den Gründern. Die China Satellite Network Group Co., Ltd., Betreiberin des wichtigsten Satelliteninternetdienstes des Landes, ist eine weitere. Zu den weiteren Gründungsmitgliedern zählen das Verwaltungskomitee des Neuen Stadtbezirks Xiong’an in Hebei, das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie der Provinz Hebei, die Universität für Luft- undtronNanjing, die Jiaotong-Universität Peking und die ChinatronTechnology Group Corporation.
Ziel des Instituts ist es, die verfügbaren Funkfrequenzen optimal zu nutzen und den Ausbau der Satelliteninternetbranche zu fördern. Es bildet das Zentrum dessen, was die Verantwortlichen als „nationalen Teamansatz“ bezeichnen.
Mehrere Konstellationen sind in Arbeit
Die Anträge fordern die Genehmigung für mehr als zwölf verschiedene Satellitengruppen. Einige sind klein und umfassen nur wenige Dutzend Satelliten, andere hingegen sind riesig. Die beiden größten Anträge heißen CTC-1 und CTC-2. Beide wurden vom Radio Innovation Institute eingereicht und beinhalten jeweils 96.714 Satelliten.
Kleinere Anträge wurden von anderen Gruppen eingereicht. Unter dem Namen CHINAMOBILE-L1 plant China Mobile den Start von 2.520 Satelliten. Für sein Netzwerk SAILSPACE-1 beantragte Yuanxin Satellite 1.296 Satelliten. Guodian Gaoke schlug Pläne für 1.132 Satelliten im TIANQI-3G-System vor. Die Vielfalt der beteiligten Unternehmen deutet darauf hin, dass die Regierung sowohl mit modernen kommerziellen Unternehmen als auch mit etablierten staatlichen Institutionen zusammenarbeitet.
Experten warnen davor, dass die Anmeldung bei der ITU nur der erste Schritt ist. China verfügt nicht zwangsläufig über die Fabriken, Trägerraketen oder die finanziellen Mittel, die für den Start von Satelliten erforderlich sind, nur weil es Frequenzlizenzen besitzt. Der Bau und Start von Hunderttausenden von Satelliten erfordert Jahre und enorme finanzielle Ressourcen.
Dennoch glauben Branchenbeobachter, dass das Radio Innovation Institute die Entwicklung beschleunigen könnte. Durch die Bündelung von Ressourcen aus der gesamten Branche und die Nutzung des großen chinesischen Heimatmarktes und dertronaufschließen SpaceX, das bereits Tausende von Starlink-Satelliten im Weltraum hat und Kunden weltweit mit Internetdiensten versorgt.
Ob China dies schaffen kann, hängt von vielen Faktoren ab. Das Land wird über viele Jahre hinweg weiterhin Geld in das Projekt investieren müssen. Wissenschaftler und Ingenieure werden schwierige technische Probleme lösen müssen. Chinesische Beamte werden über die ITU mit anderen Ländern zusammenarbeiten müssen, um Streitigkeiten über die Nutzung bestimmter Frequenzen und Umlaufbahnen beizulegen.
Der Wettlauf um Satelliteninternet spitzt sich zu. Chinas umfangreiche Anmeldekampagne zeigt, dass das Land plant, eine bedeutende Rolle auf diesem Markt zu spielen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob diese ambitionierten Pläne Realität werden.

