China hat die Auslieferung eines Verdächtigen namens Zhang aus Thailand wegen seiner Beteiligung an einem milliardenschweren Krypto-Pyramidensystem angekündigt. Zhang gilt als Drahtzieher des Systems, das seit 2012 aktiv ist.
Am 23. August gab das chinesische Ministerium für Öffentliche Sicherheit (MSP) die Auslieferung bekannt und betonte, dass es sich um die erste Auslieferung zwischen den beiden Ländern wegen Finanzkriminalität im Rahmen des chinesisch-thailändischen Auslieferungsabkommens von 1999 handele. Obwohl das Ministerium lediglich den Nachnamen des Verdächtigen nannte, berichten Medien, dass es sich um Zhang Yufa, auch bekannt als Tedy Teow Wooi Huat, den Gründer der MBI Group, eines malaysischen Mischkonzerns, handele.
Das Schneeballsystem der MSB Group erwirtschaftete in mehr als einem Jahrzehnt über 14 Milliarden Dollar
Laut MSP ist Zhang seit 2012 Drahtzieher eines Betrugsrings. Die MBI Group gibt an, ein Mischkonzern mit diversen Interessen in den Bereichen Rohstoffe und Managemententwicklung zu sein. Zhang wird jedoch in Malaysia wegen Betrugs gesucht und ist aus dem Land geflohen.
Die Gruppe soll Millionen von Menschen betrogen haben, indem sie ihnen für eine Gebühr zwischen 700 Yuan (98 US-Dollar) und 245.000 Yuan (34.300 US-Dollar) die Mitgliedschaft in dem Betrugssystem anbot. Die Teilnehmer erhielten ihre Mitgliedschaft über eine Kryptowährung und ihnen wurden hohe Renditen für ihre Investitionen versprochen. Innerhalb von über einem Jahrzehnt operierte das System, hatte über 10 Millionen Mitgliedertracund mehr als 100 Milliarden Yuan (14 Milliarden US-Dollar) erwirtschaftet.
Die chinesischen Behörden wurden 2020 auf den Fall aufmerksam, als das Polizeipräsidium der Stadt Chongqing Ermittlungen aufnahm. Interpol China erließ 2021 eine internationale Fahndungsnotiz gegen Zhang, und die thailändische Polizei nahm ihn 2022 fest. Aufgrund gerichtlicher und verwaltungsrechtlicher Verfahren verzögerte sich seine Auslieferung jedoch bis zu diesem Jahr.
Die Auslieferung stellt zwar einen Meilenstein für China dar, verdeutlicht aber auch, wie diedentdes Landes trotz des seit 2021 bestehenden Verbots weiterhin mit Kryptowährungen handeln und in diese investieren. Die chinesischen Behörden gehen weiterhin hart gegen den Kryptohandel und ähnliche Aktivitäten vor.
China stuft Kryptowährungen als Geldwäsche ein
Unterdessen hat China vergangene Woche seine Vorgehensweise gegenüber Kryptowährungen verschärft, nachdem wichtige Regierungsbehörden Transaktionen mit virtuellen Vermögenswerten als Geldwäsche eingestuft hatten. Der Oberste Gerichtshof und der Generalstaatsanwalt des Landes haben eine neue Auslegung des Geldwäschegesetzes gemäß Artikel 191 Absatz 1 Nummer 5 des Strafgesetzbuches vorgenommen.
Rechtsexperten sind jedoch der Ansicht, dass die Einbeziehung virtueller Währungen in die Geldwäschebekämpfungsvorschriften nicht bedeutet, dass der Handel mit Kryptowährungen automatisch Geldwäsche darstellt. Vielmehr bedeutet es, dass der Erhalt virtueller Vermögenswerte aus illegalen Aktivitäten als Straftat gilt. Daher ist die bloße Existenz virtueller Währungen nichtmaticgleichbedeutend mit kriminellen Handlungen oder Geldwäsche.
Wu Blockchain berichtete unter Berufung auf den Anwalt Shao Shiwei:
„Wenn die Gelder aus den sieben in den Geldwäschegesetzen genannten Vortaten stammen, stellt dies Geldwäsche dar; wenn sie aus anderen Straftaten stammen, stellt dies die Verschleierung von Erträgen aus Straftaten dar.“
Dies ist das erste Mal, dass Kryptowährungen in die Geldwäschegesetze aufgenommen wurden. Chinas Entscheidung, virtuelle Währungen in die Regulierungen einzubeziehen, ist eine Reaktion auf die Häufigkeit von Geldwäschefällen. Einem offiziellen Bericht zufolge verfolgte die Oberste Volksstaatsanwaltschaft im Jahr 2023 fast 3.000 Geldwäschefälle.

