Laut einem Bericht der Financial Times vom Dienstag wurden seit dem Anschlag vom 7. Oktober auf Antrag der israelischen Polizei über 100 Konten mit Verbindungen zur Hamas eingefroren. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Finanzierung der palästinensischen Terrorgruppe zu unterbinden. Darüber hinaus haben die israelischen Behörden Informationen zu weiteren 200 Konten angefordert, die überwiegend bei Binancegeführt werden, und verschärfen damit ihr Vorgehen gegen die Terrorismusfinanzierung über digitale Vermögenswerte.
Wachsende Bedenken hinsichtlich der Rolle von Kryptowährungen in Konflikten
Kryptowährungen spielen in internationalen Konflikten eine zentrale Rolle, und die aktuelle Situation bildet da keine Ausnahme. Die Hamas, die kürzlich durch ihren Einmarsch in Israel einen Konflikt auslöste, erhält Finanzmittel über verschiedene Kanäle, darunter auch Kryptowährungsspenden. Daten der forensischen Unternehmen Elliptic und des in Tel Aviv ansässigen Softwareunternehmens BitOK zeigen, dass die Hamas und ihr Ableger, der Palästinensische Islamische Dschihad, zwischen August 2021 und Juni 2023 Kryptowährungsspenden im Wert von etwa 41 Millionen bzw. 93 Millionen US-Dollar erhalten haben.
Neben den etablierten Namen der Krypto-Branche hat auch der Stablecoin-Emittent Tether alle Hände voll zu tun. Das Unternehmen gab bekannt, 32 Kryptowährungsadressen eingefroren zu haben, die mit terroristischen Aktivitäten in Israel und der Ukraine in Verbindung stehen. Tether kooperiert in diesem Zusammenhang mit dem israelischen Nationalen Büro zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung (NBCTF).
Diese Maßnahme erfolgte, nachdem Binance letzte Woche eingeräumt hatte Binance -Sprecher die Position des Unternehmens: „Die Ereignisse im Nahen Osten betrüben uns zutiefst. Binance hält sich wie immer an international anerkannte Sanktionsregeln und sperrt die wenigen Konten, die mit illegalen Geldern in Verbindung stehen.“
Die anhaltende Zusammenarbeit zwischen Binance und israelischen Behörden verdeutlicht einen bedeutenden Kurswechsel im Kampf gegen die Terrorismusfinanzierung, insbesondere im Kryptobereich. Kryptowährungen bieten zwar Anonymität und einfache Transaktionen, sind aber anfällig für Missbrauch durch Kriminelle. Daher sind Regulierungsbehörden und Kryptounternehmen gezwungen, strenge Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen.
Es ist jedoch anzumerken, dass Kryptowährungen nicht die primäre Finanzierungsquelle der Hamas darstellen. Ari Redbord, Leiter der Rechts- und Regierungsabteilung beim Blockchain-Analyseunternehmen TRM Labs, erklärte: „Kryptowährungen spielen eine sehr geringe Rolle in der Finanzierungsstrategie der Hamas. Sie ist größtenteils staatlich gefördert.“ Bemerkenswerterweise bleibt der Kryptomarkt, trotz verstärkter Bemühungen zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung über Kryptowährungen, nur ein kleiner Teil des umfassenderen Finanzsektors, der diese terroristischen Organisationen antreibt.
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