Apple steht in Europa erneut unter Beschuss. Das Unternehmen sieht sich einer neuen Kartellbeschwerde der EU von zwei Bürgerrechtsgruppen gegenüber, die sich auf restriktive App-Store- und Gerätebedingungen und -vorschriften beziehen, die angeblich gegen das Gesetz über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) verstoßen.
Die Beschwerde warf Apple vor, den Wettbewerb und die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher einzuschränken, indem es Nutzern und Entwicklern die Nutzung oder den Wechsel zu Apps und Diensten von Drittanbietern erschwere. Darüber hinaus argumentierten die Kläger, dass diese Praktiken die Nutzer an das Apple-Ökosystem binden und es kleineren Entwicklern schwer machen, wettbewerbsfähig zu bleiben.
Beschwerden gegen Apple wegen des EU- Gesetzes über digitale Märkte
Die Beschwerde konzentriert sich auf Apples Regeln für iOS und iPadOS. Beide zielen auf Beschränkungen der Installation und Nutzung von Software-Apps und App-Stores von Drittanbietern ab, die laut den Klägern sowohl Geschäftskunden als auch Endnutzer schädigen und gegen den DMA verstoßen.
Die Bürgerrechtsgruppen wiesen auf ein Standby-Akkreditiv (SBLC) in Höhe von 1 Million Euro hin, das von Entwicklern verlangt wird, die Apps für den Vertrieb im Apple App Store entwickeln oder einen Drittanbieter-App-Store als native App in Apples iOS und iPadOS installieren möchten.
„Eine SBLC über 1.000.000 Euro kann wiederkehrende jährliche Kosten und Sicherheitenanforderungen mit sich bringen, die viele KMU nicht erfüllen können“, heißt es in der 16-seitigen Beschwerde.
Zu diesem Zweck forderten die Gruppen die Kommission auf, Apple mit einer Geldstrafe zu belegen. Die Strafen der DMA können bis zu 10 % des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens betragen, und Apple könnte gezwungen sein, Änderungen an der Betriebsweise seines App Stores und seines Software-Ökosystems in Europa vorzunehmen.
Der DMA trat Anfang dieses Jahres in Kraft, um die Macht der sogenannten Gatekeeper oder großer Technologieplattformen einzuschränken, die wichtige digitale Dienste wie App-Stores, Browser und Messaging-Tools kontrollieren.
Das Gesetz legt strenge Regeln für Großkonzerne wie Apple, Google, Amazon, Meta und Microsoft fest. Es soll verhindern, dass diese ihre eigenen Produkte bevorzugen oder Nutzer an sich binden. Apples App Store steht seit Langem im Zentrum wettbewerbsrechtlicher Untersuchungen beiderseits des Atlantiks.
Dies ist ein weiterer juristischer Rückschlag für Apple, das im April wegen Verstoßes gegen dasselbe EU-Recht mit einer Geldstrafe von 583 Millionen US-Dollar belegt wurde. Der iPhone-Hersteller legte daraufhin im Juni Berufung gegen die Entscheidung ein und bemüht sich seither um eine Beilegung des Streits mit den Regulierungsbehörden.
In den jüngsten Gerichtsverhandlungen argumentierte Apples Anwalt Daniel Beard, dass der DMA dem Unternehmen „enorm belastende und eingreifende Auflagen“ auferlege und mit seinen Rechten auf dem Markt kollidiere. Wie , Cryptopolitan Cryptopolitanfocht Apple das Gesetz an und argumentierte, es gefährde die Sicherheit und verschlechtere die Nutzererfahrung. Zudem kritisierte Apple die EU-Prüfung, ob iMessage denselben Regeln unterliegen solle.
Die Apple-Aktie wird derzeit mit einem moderaten Kauf-Konsens bewertet, basierend auf 20 Kauf-, 12 Halte- und drei Verkaufsempfehlungen der letzten drei Monate. Der durchschnittliche von AAPL Aktienkurs
US-Technologiekonzerne unter Monopolprüfung
Apple steht aufgrund seiner App-Store-Regeln zunehmend unter Druck von internationalen Regulierungsbehörden. In den USA wirft das Justizministerium dem Unternehmen vor, ein unrechtmäßiges Monopol auf dem Smartphone-Markt zu unterhalten. Auch die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) untersucht die Provisionsstruktur des Unternehmens und mutmaßliche Beschränkungen für Entwickler.
Apple ist jedoch nicht der einzige Tech-Gigant, der am Rande des Abgrunds steht. Anfang des Jahres warnte das Institute for Public Policy Research (IPPR), dass die 30-prozentigen Provisionen von Apple und Google auf In-App-Käufe britische Entwickler jährlich zwischen 1,5 und 2,4 Milliarden Pfund kosten.
Auch in Washington wurde Googles Mutterkonzern Alphabet beschuldigt, durch Exklusivverträge mit Apple und Samsung ein Monopol im Bereich der Online-Suche aufrechtzuerhalten. Kürzlich erreichte das Unternehmen jedoch einen Teilerlass, nachdem ein Bundesrichter Google zwar anwies, Suchdaten mit Wettbewerbern zu teilen und Exklusivitätsklauseln zu lockern, aber dennoch zur Entkräftung verpflichtete.

