Am 13. Juni gaben die Entwickler der dezentralen Social-Media-App Damus bekannt, dass sie ein Warnschreiben von Apple erhalten haben, in dem ihnen mitgeteilt wird, dass ihre App aus dem Apple App Store entfernt werden könnte. Grund für diese mögliche Entfernung ist die „Zaps“-Funktion der App, mit der Nutzer sich gegenseitig und Content-Erstellern Trinkgelder in Bitcoingeben können.
Die Integration des Lightning-Netzwerk-Widgets ermöglichte es Damus, Bitcoin Zahlungen und Trinkgelder direkt auf ihrer Plattform abzuwickeln. Apple behauptete jedoch, diese Funktion verstoße gegen ihre Richtlinien, die jegliche Form von Trinkgeldern außer über In-App-Käufe strikt untersagen. Laut Apples Richtlinien (insbesondere Richtlinie 3.1.1) müssen Trinkgeldfunktionen, die mit dem Empfang digitaler Inhalte verbunden sind, In-App-Käufe nutzen.
Das Damus-Team betrachtet diese Warnung als einen wichtigen Moment mit weitreichenden Folgen für Plattformen, die auf Peer-to-Peer-Unterstützung basieren. Sie betonten, dass Damus keine digitalen Güter verkauft oder Funktionen für den Verkauf solcher Güter anbietet. Die App enthält lediglich Trinkgeld-Buttons, die Peer-to-Peer-Transaktionen ermöglichen, ähnlich wie bei Plattformen wie Venmo oder Cash App.
Damus wird in 14 Tagen aus dem App Store entfernt. Apple begründet dies damit, dass Zaps auf ihrer Plattform nicht erlaubt seien, da sie von Content-Erstellern zum Verkauf digitaler Inhalte genutzt werden *könnten*. Das Ganze passiert kurz vor unserem Vortrag beim Oslo Freedom Forum über dezentrale soziale Netzwerke… pic.twitter.com/uAK1U0UBet
— Damus⚡️ (@damusapp) 13. Juni 2023
Ist Apples Vorbehalt gegenüber Damus' Politik unberechtigt?
Die Beliebtheit von Bitcoin und Kryptowährungs-Trinkgeldern in sozialen Medien nimmt stetig zu. Auch Twitter und Reddit haben ähnliche Funktionen eingeführt. Diese Trinkgeldoptionen ermöglichen direkte Peer-to-Peer-Transaktionen ohne Zwischenhändler. Interessanterweise hatte Apple bereits 2015 eine Bird-Spiel-App mit einer Bitcoin -Trinkgeldfunktion genehmigt.
Einer der Entwickler der dezentralen Social-Media-App, auf Twitter bekannt als Walker, wies darauf hin, dass Apples Vorbehalte gegenüber Damus' Richtlinien unberechtigt seien, da die App keine digitalen Inhalte verkaufe. Walker forderte das Unternehmen auf, den Fehler zu korrigieren. Viele andere Befürworter von Kryptowährungen stellten die Frage, warum Trinkgeldfunktionen auf Twitter zulässig seien, während Damus' Implementierung derselben Funktion gegen die Unternehmensrichtlinien verstoße. Einige warfen Apple vor, die Interessen des Silicon Valley über die Prinzipien der Dezentralisierung zu stellen.
Der Konflikt verdeutlicht den anhaltenden Kampf zwischen zentralisierten Plattformen und dezentralen Alternativen. Während zentralisierte Plattformen oft strenge Richtlinien und Vorschriften durchsetzen, streben dezentrale Plattformen mehr Autonomie und Freiheit für ihre Nutzer an. Dieser Konflikt wirft wichtige Fragen zur Zukunft von Peer-to-Peer-Transaktionen, Kryptowährungen und der Rolle zentralisierter Plattformen bei der Förderung oder Behinderung solcher Innovationen auf.
Apfel