Der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba steigt mit einem eigenen Chatbot-Assistenten in den globalen Wettlauf um künstliche Intelligenz (KI) ein. Das Unternehmen kündigte kürzlich die Einführung eines Produkts ähnlich ChatGPT an, das den Namen Tongyi Qianwen trägt, was so viel wie „Antworten durch tausend Fragen finden“ bedeutet. Dieser neue Chatbot wird in Alibabas umfangreiches Technologie-Ökosystem integriert, zu dem unter anderem die Messaging-App DingTalk und der sprachgesteuerte Smart Speaker Tmall Genie gehören.
Tongyi Qianwen, Alibabas neuer Chatbot-Assistent
Anfangs wird Tongyi Qianwen auf Englisch und Mandarin kommunizieren können und für das Verfassen von Gesprächen, das Schreiben von E-Mails und das Erstellen von Geschäftsvorschlägen zuständig sein. Es besteht jedoch große Spannung, ob der Chatbot, ähnlich wie sein amerikanisches Pendant, auch kreativere Aufgaben übernehmen kann.
ChatGPT wurde im November 2022 von Microsoft entwickelt und später in den Internetbrowser Bing integriert. Weltweite Anerkennung erlangte es jedoch aufgrund seiner Fähigkeit, anspruchsvolle Antworten in einem lockeren, chatähnlichen Stil zu liefern, verschiedene Schreibstile auf Befehl zu imitieren und Nutzern letztendlich bei der Erstellung aller Arten von Texten zu helfen, von wissenschaftlichen Arbeiten bis hin zu Drehbüchern.
Andere Tech-Giganten wie Alphabets Google und der chinesische Tech-Riese Baidu haben ebenfalls die Entwicklung eigener KI-Chatbots mit den Namen Bard bzw. Ernie angekündigt.
Die Cyberspace-Administration Chinas hat Richtlinien für Chatbot-Entwickler veröffentlicht. Diese schreiben vor, dass KI-generierte Inhalte „korrekt“ sein und keine „Sicherheitsgefährdung“ darstellen dürfen. Laut Artikel vier der Richtlinien müssen Chatbot-Inhalte zudem „die Kernwerte des Sozialismus widerspiegeln und dürfen keine staatsgefährdenden Inhalte enthalten“. Die Öffentlichkeit kann bis zum 10. Mai Feedback und Vorschläge einreichen.
Letzten Monat machte eine Gruppe namhafter Persönlichkeiten aus der Technologiebranche auf die potenziellen Risiken von Systemen der Künstlichen Intelligenz (KI) aufmerksam. Unter der Führung von Twitter-Chef Elon Musk und Apple-Mitbegründer Steve Wozniak forderte der Brief einen Stopp des Trainings dieser leistungsstarken Systeme aufgrund der Befürchtung einer potenziellen Bedrohung für die Menschheit.
Diese Nachricht folgt unmittelbar auf einen Bericht von Goldman Sachs, der schätzt, dass KI potenziell 300 Millionen Vollzeitstellen ersetzen könnte. Italien hat kürzlich Maßnahmen gegen diese Technologie ergriffen und als erstes westliches Land ChatGPT aus Datenschutzgründen blockiert.
Der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba steigt mit einer eigenen Version von ChatGPT ins KI-Wettrennen ein 