KI-Aktien dominieren den S&P 500, wobei der KI-Boom ihren Anteil an der gesamten Marktkapitalisierung des Index mittlerweile auf fast 45 % ansteigen ließ. Die Dominanz dieses „KI-Rückgrats“ wird primär durch einige wenige Megacap-Unternehmen und einen sprunghaften Anstieg der Infrastrukturausgaben getragen.
KI-Aktien von Rechenzentrums-, Halbleiter- und Energieunternehmen machen mittlerweile über 40 % des Gesamtwerts des S&P 500 aus. Die hohe Konzentration auf wenige Unternehmen erhöht das Risiko, falls die Monetarisierung der KI-Einnahmen die Erwartungen nicht erfüllt.
Goldman Sachs schätzt, dass Investitionen in die KI-Infrastruktur im Jahr 2026 rund 40 % des gesamten Gewinnwachstums des S&P 500 ausmachen werden. Der Bau von Rechenzentren und die Investitionen in KI haben ein strukturelles Ausmaß erreicht und werden tracbis Ende 2026 2 % des US-BIP ausmachen. Analysten von Capital Economics gehen davon aus, dass der S&P 500 ohne den KI-Boom etwa 25 % niedriger notieren würde.
NVIDIA wird Anfang 2026 zur einflussreichsten KI-Aktie
Laut S&P-500-Daten ist Nvidia mit einer Gewichtung von 7 % im Index (Stand: 30. März 2026) die einflussreichste Aktie. NVIDIAs Aktienanteil hat Apple (6,3 %), Microsoft (4,6 %) und Amazon (3,7 %) hinsichtlich des Indexeinflusses überholt. Die fünf führenden KI-Unternehmen halten nun rund 30 % des S&P 500 – die höchste Konzentration seit einem halben Jahrhundert. Dadurch hat sich der breite Index faktisch in einen Mega-Cap-Tech-Fonds verwandelt.
Die 20 größten KI-bezogenen Aktien machen fast die Hälfte des Indexgewichts aus – ein Wert, der übertrifft . Investoren haben so stark in KI-Infrastruktur und Halbleiter investiert, dass andere Branchen wie Cybersicherheit und Unternehmenssoftware bis Anfang 2026 weitgehend vernachlässigt wurden. Der Fokus hat sich von Wachstumspotenzial auf konkrete Monetarisierung verlagert. Das bedeutet, dass eine Korrektur bei nur drei bis vier KI-Mega-Caps einen systemischen Schuldenabbau auslösen könnte, den die übrigen 480 Aktien im S&P 500 nicht ausgleichen könnten.
Die Investitionsausgaben der Hyperscaler festigen ihre Rolle als Wachstumstreiber.
Neben Chips haben massive Investitionen von Hyperscalern wie Microsoft und Alphabet (die 2026 voraussichtlich zusammen fast 700 Milliarden US-Dollar in KI investieren werden) gefestigt . KI-Unternehmen verzeichneten seit dem Start von ChatGPT im Jahr 2022 ein Gesamtwachstum von 200 %, während die übrigen rund 459 Unternehmen im S&P 500 im Durchschnitt nur 27 % erreichten. Das bedeutet, dass jede Verlangsamung der KI-Investitionen eine umfassende Marktneubewertung auslösen könnte.
Die „Big Four“ (Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft) werden voraussichtlich allein im Jahr 2026 rund 645 bis 700 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur investieren, ein Anstieg von 50 bis 60 % gegenüber 2025. Eine echte Portfoliodiversifizierung ist jedoch zunehmend schwieriger geworden, da die Themenbereiche Industrie, Energie und Technologie mittlerweile alle mit dem Ausbau von Rechenzentren korreliert sind.
Die hohe Konzentration von KI-Aktien hat den S&P 500-Index anfällig gemacht, obwohl der Markt von blindem Vertrauen zu der Forderung nach Beweisen übergeht. Investoren prüfen nun genau, ob sich diese massiven KI-Ausgaben in messbarem Umsatzwachstum und Margenverbesserung niederschlagen, da viele langfristig auf KI setzen.
Es wächst die Befürchtung, dass die Fixierung auf KI andere Branchen vernachlässigt, da Kapital und Aufmerksamkeit von Sektoren wie dem traditionellen Einzelhandel oder dem Gesundheitswesen abgezogen werden. Selbst geringfügige negative Nachrichten können massive Markteinbrüche auslösen. Analysten von Morgan Stanley und Goldman Sachs empfehlen, den Fokus von einem breiten Technologieportfolio auf spezifische KI-Anwender mit Preissetzungsmacht und Infrastrukturprojekte zu verlagern, die Verbindungen zur Realwirtschaft herstellen, beispielsweise im Fertigungs- und Energiesektor.
Zu den führenden Unternehmen, die diesen KI-Trend 2025 und Anfang 2026 vorantrieben, zählten GE Vernova, Seagate Technology, Palantir Technologies und Super Micro Computer. Der Fokus hat sich in letzter Zeit auf Unternehmen verlagert, die physische KI-Infrastruktur aufbauen, wie beispielsweise Lumentum, Vertiv Holdings und Coherent, die am 3. März 2026 in den S&P 500 aufgenommen wurden. Der Infrastrukturboom ist zudem stark vom Energiebedarf abhängig, wobei Unternehmen wie GE Vernova und NRG Energy von der hohen Stromnachfrage in Rechenzentren profitieren.

